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	<title>Kai Ehlers &#187; Europäische Union</title>
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	<description>Kai Ehlers, Russlandforscher, stellt sich vor</description>
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		<title>Forum integrierte Gesellschaft: Brennpunkt Syrien</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 15:39:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auswertung des  17. Treffens zu &#8220;Brennpunkt Syrien&#8221; vom 12.05.2012 und Einladung zum Treffen am Sonntag 10.06.2012, 16.00 Uhr; Thema: Charta für ein Europa der Regionen . Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft, das Thema „Syrien“ geht zur Zeit jeden Tag durch die Medien. Es soll hier daher nicht der tägliche Informationsstand referiert werden. [...]
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auswertung des  17. Treffens zu &#8220;Brennpunkt Syrien&#8221; vom 12.05.2012</strong></p>
<p><strong>und Einladung zum Treffen am Sonntag 10.06.2012, 16.00 Uhr; </strong></p>
<p><strong>Thema: Charta für ein Europa der Regionen </strong></p>
<p>.</p>
<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>das Thema „Syrien“ geht zur Zeit jeden Tag durch die Medien. Es soll hier daher nicht der tägliche Informationsstand referiert werden. Ich werde mich in diesem Bericht auf die Benennung der Grundfelder beschränken, auf denen sich das Gespräch im Forum bewegt hat – und darauf, worauf es sich unseres Erachtens bewegen sollte.</p>
<p>Anders als andere Themen, die uns bewegen, sahen wir uns außerstande, das Thema „Syrien“ auf eine Hauptfrage zu fokussieren – es sei denn man nehme die Tatsache, daß hier das gegenwärtige labile Gleichgewicht des Weltfriedens, besser zu sagen vielleicht, des Nicht geführten Weltkrieges zur Debatte steht.</p>
<p>Womit beginnen? Wie immer, versteht sich, mit dem Versuch einer Bestandsaufnahme der Interessenfelder, die sich hier in vielfältigster, kaum entwirrbarer Form überlagern:</p>
<p>Syrien als ein Glied in der Kette der muslimisch geprägten arabischen Welt. Das ist offensichtlich. Da gelten die gleichen allgemeinen Entwicklungstendenzen wie im gesamten arabisch-mittelmeerisch-muslimischen Kulturraum: Aufbruch einer sich rapide vermehrenden Bevölkerung in dem Wunsch der Teilhabe an den Errungenschaften der europäisch geprägten Moderne, konkret an den im Westen (Europa, USA und auch Rußland) als Ergebnis ihrer Jahrhunderte dauernden kolonialen Vorherrschaft konzentrierten wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten.</p>
<p>Gleichzeitig treten starke Tendenzen der Rückbesinnung auf die Qualitäten der eigenen muslimischen Geschichte und Kultur auf – von gemäßigten bis zu radikalen Positionen.</p>
<p>Diese Motive und Strömungen im Einzelnen, wie sie in Syrien jetzt in Erscheinung treten, auseinander zu halten und nach fortschrittlich oder rückschrittlich, berechtigt oder unberechtigt zu sortieren, dürfte zur Zeit nicht einmal Spezialisten gelingen – und ich denke auch, daß es nicht unsere Aufgabe ist, solche Sortierungen von außen her vorzunehmen.</p>
<p>Sicher ist, daß die unterschiedlichen Strömungen und gesellschaftlichen Fraktionen im Zuge der allgemeinen Entwicklungsprozesse des arabisch-mittelmeerischen Raumes heute an dem gewaltsam hergestellten Konsens einer nach-kolonialen autoritären Modernisierung rütteln, die nicht der Mehrheit der Bevölkerung, sondern nur Teilen der zur Zeit Herrschenden zugute kommt. Sicher ist auch, daß dies eine Entwicklung ist, durch die sich eingesessene Herrschaftsinteressen der westlichen Welt existentiell bedroht sehen.</p>
<p>Der arabische Modernisierungsprozeß, ist nicht als eindeutige Hinwendung zum Westen, aber auch nicht als Rückwendung zu einem wie immer gearteten muslimischen Fundamentalismus zu begreifen. Es geht um eine Besinnung auf die Kraft der eigenen Kultur, aber auch um Überwindung von Entwicklungshemmnissen in der eigenen Kultur. Das ist ein Prozeß, der seine eigene innere Dynamik hat, in den einzugreifen für den Westen nicht ratsam ist.</p>
<p>Darin waren wir uns einig. Es gehen in diesen Prozeß, über diese Tatsachen hinaus, aber auch noch schwer kalkulierbare ethnische und kulturelle Konfliktpotentiale mit ein, die aus den von den westlichen Kolonialmächten zu vorgenommenen willkürlichen Grenzziehungen am Ende der Kolonialzeit hervorgehen – ein syrischer „Nationalismus“, der nur durch die Macht der Einparteienherrschaft der Bathpartei aufgebaut werden konnte und der jetzt innerhalb des Gebietes, das heute Syrien umschließt, gegenüber diversen Sonderinteressen im wesentlichen autoritär gehalten wird.</p>
<p>Strukturell dürfte sich Syrien damit wenig von den anderen Staaten des arabisch-mittelmeerischen Raumes unterscheiden  – ausgenommen Israel und Palästina, die sich unter dem Druck des israelisch-palästinensischen Dauerkonfliktes gewissermaßen in das verwandelt haben, was man, ins Internationale gehoben, eine „Einpunkt-Bewegung“ nennen könnte: für oder gegen ein Existenzrecht Israels in diesem Teil der Welt.</p>
<p>Konkret aber sieht es so aus, als ob die Fraktionierung der im syrischen Gebiet lebenden Bevölkerung auf Grund des historisch undefinierten ethnischen und kulturellen Pluralismus eines Durchgangsraumes zwischen den unmittelbaren Nachbarn der Türkei im Norden, des Irak und des Iran im Osten, des Dauerkrisengebietes Israel/Palästina im Süden und den dies alles durchziehenden globalen Interessen der USA, Rußlands, Chinas weitaus tiefer gehen als in den übrigen Ländern der arabisch-mittelmeerischen Welt.</p>
<p>Das alles bedeutet, daß eine innere Destabilisierung des Landes, ebenso wie eine einseitige Orientierung an einer der genannten regionalen oder auch globalen Mächte sich sehr schnell zu einer Destabilisierung des gesamten mittelmeerisch-arabischen Raumes auswachsen kann. Dies gibt der Herrschaft Assads eine Rolle, die nicht einfach umgangen werden kann, ohne unkontrollierbare Folgen für den Raum nach sich zu ziehen.. Einfach gesagt: Syrien ist nicht Libyen.</p>
<p>Es wären dem bisher Gesagten selbstverständlich noch reichlich Einzelheiten hinzuzufügen, um die Zerrissenheit des Landes und die darauf als Klammer sitzende autoritäre Struktur noch besser zu verstehen. Hier soll aber jetzt zur entscheidenden Frage weitergegangen werden; sie lautet: Wie sollen, wie können wir, wie kann die Welt sich zu „Syrien“ verhalten?</p>
<p>Zwei „Optionen“ stehen sich gegenüber, beide auch benannt in den Texten, insbesondere dem, des österreichischen Friedensforschers Galtung, die wir das letzte Mal mit herumgegeben hatten. Kurz und direkt gesagt: die westliche „Libysche“ Variante (NATO-„Hilfe“ für einen Regimewechsel) und die russisch-chinesische Variante der „Gespräche“</p>
<p>Vor dem Hintergrund, daß jedes gewaltsame Eingreifen von außen, in diesem Gebiet der Welt speziell von Seiten des Westens als Dejá vu des westlichen Kolonialismus erlebt wird, vor dem weiteren Hintergrund, daß eine Beseitigung der mit dem Iran verbundenen Herrschaft Assads den Weg für westliches (Israelisch/amerikanisches) Vorgehen gegen den Iran freimachen würde und schließlich angesichts unbestreitbaren Tatsache, daß die „Friedensmissionen“ der NATO in Afghanistan, Pakistan, Libyen keineswegs zu demokratischen Verhältnissen und geführt haben – und selbstverständlich aus prinzipiellen Erwägungen heraus, daß tragfähiger Frieden und eine tatsächliche demokratische Entwicklung nicht mit Waffengewalt erzwungen werden können, sondern die Erhaltung einer Mindest-Stabilität dafür Voraussetzung ist, kamen wir in unserer Gesprächrunde darin überein, uns für die russische Variante zu entscheiden, d.h., einen „runden Tisch“ zwischen allen Beteiligten – Assad und Kritikern &#8211; zu fördern, auch wenn klar ist, daß dies der schwierigere Weg ist und auch dann noch und immer wieder, wenn schon keine Hoffnung mehr zu bestehen scheint. In der Realität vor Ort hat Leben immer Priorität!</p>
<p>Wobei die Paradoxie offenkundig ist und auch Bestandteil der komplizierten Gemengelage in der syrischen Problematik, daß die Variante des „runden Tisches“ ausgerechnet von autoritär regierten Staaten wie Rußland oder auch China vorgeschlagen wird, die ihrerseits reichlich Probleme mit, freundlich gesprochen, verschleppten Reformen haben.</p>
<p>Sich für Gespräche einzusetzen bedeutet daher nicht, das sei unmißverständlich gesagt, das blutige Vorgehen der herrschenden syrischen Kräfte gegen ihr Kritiker, zu rechtfertigen oder auch nur gut zu heißen, es bedeutet auch nicht Rußland oder China zu Mustern demokratischer Politik zu erklären, es bedeutet nur einfach, sich der Dämonisierung Assads nach Art der Dämonisierung Saddam Husseins oder Gaddaffis zu widersetzen – wie gesagt: das Leben hat Priorität! In dieser Frage folgen wir einstimmig der Argumentation des Friedensforschers Galtung. (Wir geben sie deshalb diesem Bericht zur nochmaligen Kenntnisnahme bei).</p>
<p>Wir kamen damit wieder einmal zu der Frage, was wir selbst, über die Enttarnung der in den Medien betriebenen Desinformation hinaus zur Entwicklung von tatsächlichen demokratischen Kräften beitragen können. Unsere vorläufige Antwort:</p>
<p>Wir werden uns beim nächsten Treffen mit der in Entstehung begriffenen „Charta für ein Europa der Regionen“  befassen. In ihr geht es darum, ein Europa zu denken und zu gestalten, daß bei sich selbst Ernst macht mit Selbstorganisation, Entwicklung demokratischer Strukturen und – Menschenrechten.</p>
<p><strong>Wir treffen uns zu dieser Frage am Sonntag, d. 10. Juni 2012 um 16.00 Uhr</strong></p>
<p><strong>Anmeldung über <a title="Kontakt" href="http://kai-ehlers.de/starttexte/1988-08-08-kontakt">Kontakt</a> zu mir</strong></p>
<p>Zur Vorbereitung liegt diesem Bericht eine vorläufige Fassung der „Charta für ein Europa der Regionen“ samt erläuternden (ebenso vorläufigen) Anhängen bei, außerdem bisher noch nicht eingearbeitete kritische Anmerkungen von mir. (Kai Ehlers). Es handelt sich bei dem jetzigen Stand der „Charta“ nicht um eine endgültige Vorlage für eine endgültige Verfassung, sondern um ein Diskussionsangebot für ein anderes als ein imperial-bürokratisches Europa.</p>
<p>Erarbeitet wurde dieser Entwurf als Ergebnis des „Kongresses integrale Politik“ vom August 2008 in St. Arbogast/Österreich. Er soll dem diesjährigen zweiten „Kongreß integrale Politik“ als Vorlage zugeführt werden. Wir können unseren Beitrag mit einfließen lassen.</p>
<p>Wer aktiv teilnehmen möchte, kann das Vorbereitungsmaterial bei mir über <a title="Kontakt" href="http://kai-ehlers.de/starttexte/1988-08-08-kontakt">Kontakt</a> bestellen.</p>
<p>Liebe Freunde, liebe Freundinnen, wir würden uns freuen, Dich und Dich und Dich in diesen Diskussions- und Findungsprozeß mit einbeziehen zu können: Die Zeit ist reif.  Wir freuen uns auf Dein Kommen oder auch auf Deinen Beitrag.</p>
<p>Im Namen des „Forums integrierte Gesellschaft“</p>
<p>Herzlich, Kai Ehlers</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Forum integrierte Gesellschaft: &#8212; Arabien, Japan &#8211; Übergänge wohin?</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2011-03-24-arabien-japan-ubergange-wohin</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 10:10:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist eine beunruhigende Reihe: Islam, China, Arabien, Japan - bevor wir Zeit und Kraft gefunden haben, das Eine wahrzunehmen, werden wir schon wieder getrieben, uns dem Nächsten zuzuwenden? Wann gab es zuletzt eine solche Phase, in der sich die Ereignisse derart verdichteten? 
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Forum integrierte Gesellschaft                                         Mittwoch, 23. März 2011<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde<br />
des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>Es ist eine beunruhigende Reihe: China hatten wir auf die Tagesordnung unseres vorletzten Treffens gesetzt – wir sahen uns veranlasst, uns mit den arabischen Ereignissen zu befassen. Arabien sollte auch weiterhin das Thema sein – da kam Japan dazu. Wie hängt das Eine mit dem anderen zusammen? Oder werden wir einfach nur durch zufällige Ereignisse gehetzt? Bevor wir Zeit und Kraft gefunden haben, das Eine wahrzunehmen, schon wieder getrieben, uns dem Nächsten zuzuwenden? Atemlos?<br />
Wann gab es zuletzt eine solche Phase, in der sich die Ereignisse derart verdichteten? Die Wende ab 1986/87/88? Ja, mit der Auflösung der Sowjetunion als Höhepunkt, dem Ende der Systemteilung, der deutsch-deutschen Wiedervereinigung, der rasanten Osterweiterung von EU und NATO. Die Nachbeben spüren wir bis heute.<br />
Jetzt haben die Schauplätze gewechselt. Europa liegt plötzlich, wie es scheint, am Rande des Weltgeschehens, das „uns“ zu überrollen scheint: China, Arabien, Japan. Was wird morgen dazukommen? Können wir es noch fassen, konkret, die Konflikte, die Not, das Leiden, strategisch, die Dimension der Veränderung? Oder werden wir wieder einmal erst Jahre nach den gegenwärtigen Ereignissen ansatzweise begreifen, was mit uns geschehen ist?<br />
Die einen kämpfen um Teilhabe an den Errungenschaften der Moderne – Arabien, die anderen demonstrieren mit ihrer Not eben deren Hilflosigkeit. Eine Offenbarung der Grenzen unserer gegenwärtigen Ordnung liegt in beidem:<br />
In Arabien kommt die nach-koloniale Ordnung einer immer noch in 1., 2. und 3.  Welt klassifizierten „Globalisierung“ an die Grenze, in der sie in eine tatsächliche Öffnung der globalen Entwicklungsdynamik übergehen könnte. Die demografische Schrumpfung des Nordens und die explodierende Entwicklung des Südens gehen in den Prozess des Ausgleiches über; wohin dies führen wird, ist eine offene Frage. Die „entwickelte Welt“ zeigt sich verunsichert, gespalten, wie sie reagieren soll, wie sie reagieren kann. Die Zeiten, in denen die Massen der „unterentwickelten Länder“ Afrikas und Asiens von Autokraten und Despoten stellvertretend für den Westen ruhig gehalten werden konnten, scheinen vorbei. Soll man das politische Erwachen dieser Menschen stützen, fördern, nutzen – oder soll man es lieber einschränken und wenn, dann mit welchen Mitteln? Darüber spaltet sich der „Westen“. Die Angst ist groß, dass den bisherigen Hegemonen die Entwicklung aus dem Ruder läuft – zumal auch noch unklar ist, welche Rolle der Islam als Angebot einer anderen als der gegenwärtigen neo-liberalen Globalisierungs-Botschaft dabei spielen wird.<br />
Und Japan? Japan offenbart die Grenzen der technischen Beherrschbarkeit von Natur und Welt – wieder einmal, muss man einschränkend sagen, denn schon frühere Havarien wie in Harrisburg, wie in Tschernobyl haben schon ausreichend belegt, dass diese Technik nicht beherrschbar ist. Endgültig, das wäre daher die den Vorgängen in Japan angemessenere Bewertung – und man muss sich dafür einsetzen, dass sie greift. Aber es stellt sich angesichts der Stellungnahmen, die sich für den weiteren Bau von Atomanlagen aussprechen, schon die Frage, wie viele solcher Offenbarungen es noch geben muss, bevor wir als Menschheit in der Lage sind, daraus Schlussfolgerungen für unsere Lebensweise zu ziehen. Das gilt für jeden einzelnen Menschen ebenso wie für die Völker, Gesellschaften und Staaten, die heute den Globus bewohnen.<br />
Die soziale Verantwortung, das war der Gedanke, der bei diesem Stand des Gespräches hier ins Zentrum trat; sie beginnt dort, wo der einzelne Mensch sich um seine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten als Mensch sorgt. Eine eigene, freie, lebensbejahende Entwicklung ist für den Einzelnen nur möglich, wo er oder sie sich dafür einsetzt, dass auch andere Menschen diese Möglichkeiten haben. Diesen Grundgedanken muss ich hier nicht weiter ausbreiten. Er ist klar. Offen ist aber die Frage, ob wir heute so weit sind, diese uralte Erkenntnis zu praktizieren, bzw. genauer, ob die sich häufenden Grenzerfahrungen, die in immer schnelleren Abständen auftretenden Offenbarungen uns dazu führen, diese Erkenntnis praktisch werden zu lassen – ohne uns dabei als ungläubig, gottlos, dogmatisch oder unaufgeklärt zu beschimpfen und uns gegenseitig unter Zwang, Druck oder auch direkte Gewaltanwendung zu setzen. Es geht doch vielmehr, so kristallisierte es sich im weiteren Gespräch heraus, um eine doppelte Bewegung, zum einen darum, dass der einzelne Mensch (westlicher Prägung) auf der Basis seiner Selbstbestimmung seine Verantwortlichkeit gegenüber der Gesamtheit der mit ihm lebenden Menschen, der Erde, des Kosmos erneuert, sie auf neuem Niveau entwickelt. Die andere Bewegung, die vornehmlich aus dem muslimischen und genereller nicht-christlichen Kulturraum heranwächst, kommt dem Individualismus spiegelbildlich entgegen. Bei ihr geht es darum, aus der ethischen, aus der gemeinschaftlich, aus der sozial-religiös und ganzheitlich-kosmisch erlebten Eingebundenheit, aus Glaubensgemeinschaften heraus die Verantwortung für eine eigene, eine individuelle Tat in dieser gemeinsamen Welt zu erkennen und praktisch zu entwickeln. Nur in der Wechselwirkung dieser beiden Pole, die man auch als Ost-West-Pole beschreiben könnte, ohne damit Festlegungen treffen zu wollen, wird das Bewusstsein entstehen, das wir heute brauchen, um nicht nur zu überleben, sondern in eine neue Phase unserer Entwicklung hineinzugehen.</p>
<p>Hier, liebe Freundinnen, liebe Freunde, streikt der Protokollant und übergibt jedem von Euch den Stab für eine eigene Runde. Im Forum wollen wir uns das nächstes Mal mit der Frage befassen, welche Schlussfolgerungen aus den gegenwärtigen Offenbarungen gezogen werden und welche wir selber ziehen wollen. Dabei wollen wir die unterschiedlichen kulturellen Färbungen – China, Japan, Muslimischer Kulturraum,<br />
Westen – aktiv einbeziehen.</p>
<p>Unser nächstes Treffen wird am Sonntag, d. 08.05.2011 um 16.00 Uhr stattfinden.<br />
Wie üblich in der Rummelsburgerstr. 78, 22147 Hamburg (U1-Farmsen)<br />
Bitte bringt Kleinigkeiten zum Knabbern mit. Übernachtungen sind möglich.</p>
<p>Herzlich im Namen des Forums, Kai Ehlers</p>
<p>Bisherige Auswertungen unter: www.kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft</p>
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		</item>
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		<title>&#8220;Griechische Tragödie&#8221; &#8211; Komödie, Satire, Krise?</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2010-05-31-3816</link>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 17:27:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Treffen "Forum integrirte Gesellschaft": In kleiner Runde verlief unser Begegnungstreffen zur „Griechischen Tragödie“ sehr angenehm und erhellend.
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Treffen &#8220;Forum integrierte Gesellschaft&#8221;: In kleiner Runde verlief unser Begegnungstreffen zur „Griechischen Tragödie“ sehr angenehm und erhellend. Ich will die Gespräche hier keineswegs nachzeichnen. Nur soviel: Am Ende stand die Frage im Zentrum, ob und wie Geld wieder in eine dienende Funktion gebracht werden kann, statt als Ware für mehr Geld verkauft zu werden – aber dies, ohne dabei in der Geschichte rückwärts zu gehen. Es ist offensichtlich, dass dieser einfache Gedanke eine grundsätzliche Umgestaltung unserer jetzigen gesellschaftlichen Verhältnisse nach sich zieht: Dienendes Geld, dienende Banken, eine dienende Wirtschaft, die uns die Mittel verschafft, persönliche, lokale, regionale Verantwortung zu übernehmen, statt uns vom Diktat der Geldvermehrung ersticken zu lassen.</p>
<p>Wie kann eine solche Ordnung aussehen? Wie kommen wir dahin? An diesen Fragen werden wir weiter denken und wirken und uns dazu treffen, jede/r an seinem Ort – und demnächst auch wieder in gemeinsamer Runde.</p>
<p>Zunächst aber werden wir uns, um  die Welt nicht nur durch die Brille von Dollar, Euro oder Yen sehen zu müssen, zu einem anderen Thema treffen:</p>
<p>Ich lade ein, wir laden ein zu einer neuen Begegnung</p>
<p><strong>Am Samstag, 12.6.2010 ab 15,00 Uhr </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Zu einer Lesung </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Kalmückischer Märchen</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Und Gesprächen zu Ursprung und Bedeutung von Märchen</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Es gilt wie beim letzten Mal: Wer kommt, der kommt.</p>
<p>Anmeldung wäre trotzdem schön – ein kleiner Beitrag für´s Leibliche auch.</p>
<p>Wir sitzen draußen oder in der Jurte, bei Unwetter auch im Haus.</p>
<p>Ich freue mich auf  Euch. Wir freuen uns auf Euch.</p>
<p>Kai Ehlers</p>
<p>Im Namen des „Forum integrierte Gesellschaft“</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Einladung zum &#8220;Griechischen Theater &#8211; Kollektivhaftung oder Selbstverantwortung?</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2010-05-10-einladung-zum-griechischen-theater-kollektivhaftung-oder-selbstverantwortung</link>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 17:36:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Forum integrierte Gesellschaft" lädt ein: Stichwort: griechische Krise - Was kommt da auf uns zu?  Wie man sich der aktuellen Metamorphose der griechischen Kultur nähern?
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Forum integrierte Gesellschaft&#8221; lädt ein: Stichwort: griechische Krise &#8211; Was kommt da auf uns zu?  Wie man sich der aktuellen Metamorphose der griechischen Kultur nähern? Wie gehen wir in Zukunft mit unseren kulturellen Verschiedenheiten um? Sind sie nur noch eine ineffektive Belastung, die beseitigt werden muss – oder ist auch eine andere Zukunft denkbar? Wie kann sie aussehen?<strong> </strong></p>
<p>Ich gehe davon aus, dass Ihr Eurerseits ebenfalls reichlich Fragen und Ideen zum Thema mitbringt, sodass wir unser Stichwort mit Gewinn für alle von verschiedenen Seiten einkreisen können.</p>
<p>Ich denke an zwei Themenrunden:</p>
<p>Eine um 16,00 Uhr, eine zweite gegen 18,00 Uhr.  Als Zeit genug für Begegnung. Schön wäre es, wenn Ihr für die Gesprächspausen etwas &#8211; nicht viel &#8211; für das leibliche Wohl mit dabei hättet.</p>
<p>Ich freue mich auf Euer Kommen.</p>
<p>Eine Nachricht, ob Ihr beabsichtigt zu kommen, wäre nicht schlecht – aber selbstverständlich geht es auch noch spontan.</p>
<p>Ich freue mich auf  Euch,</p>
<p>herzlich, Kai</p>
<p>Anfahrt: U1 bis Farmsen, Rummelsburgerstr. 78, 64 789 791, mail: <a href="mailto:info@kai-ehlers.de">info@kai-ehlers.de</a> (Nachtquartier ist notfalls auch vorhanden)</p>
<p><strong>* Die Runde ist ein privates Treffen, keine öffentliche Veranstaltung</strong></p>
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		<title>EU-Russland-Gipfel: Kriegsbeil begraben – oder nur versteckt?</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 20:27:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Europäische Nachbarschaftspolitik ENP]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Serie der Überraschungen der Nach-Bush-Ära geht weiter: Nichts Angenehmes war vom EU-Russlandgipfel in Stockholm vom 18. November zu erwarten gewesen
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Serie der Überraschungen der Nach-Bush-Ära geht weiter: Nichts Angenehmes war vom EU-Russlandgipfel in Stockholm vom 18. November zu erwarten gewesen, nachdem das letzte EU-Russland-Treffen in Chabarowsk im Mai 2009 praktisch ergebnislos geendet hatte und nachdem Schweden, das zur Zeit die Ratspräsidentschaft der EU hält, den Vorschlag einer „östlichen Partnerschaft“ vorgelegt hatte, der die ehemaligen Sowjetrepubliken Aserbeidschan, Armenien, Georgien, Ukraine, Moldawien und Weißrussland als besonderes Interessengebiet der EU definiert. Darin sind die zukünftigen Auseinandersetzungen um die Ukrainie, um Georgien, um die „eingefrorenen Konflikte“ Moldawien, Prednestrowien, Berg Karabach, um Ossetien und Abchasien mit eingeschlossen.<br />
Der schwedische Vorschlag doppelt die bisherige Politik des „Ost-West-Korridors“, mit dem die EU und USA Russland seit dem Ende der Sowjetunion Russland von seinen früheren südlichen Einflusszonen abzuschnüren bemüht waren und immer noch sind, nunmehr durch den Versuch, dem Ost-West-Korridor einen Nord-Süd-Korridor hinzuzufügen, der vom Schwarzen Meer bis zur Ostsee reicht. Faktisch sind die neuen EU-Mitglieder, insbesondere Polen und die die baltischen Staaten als nördliche Verlängerung dieses Korridors ein Bestandteil dieses Korridors, zudem ein sehr aktiver. Russlands Außenminister Lawrow wies den Vorstoß der „östlichen Partnerschaft“ denn auch scharf als „nicht hinnehmbar“ zurück.<br />
Nichts Gutes hatte sich auch im Pipeline-Krieg angekündigt, nachdem in Chabarowsk Anfang des Jahres keinerlei Einigung erzielt werden konnte. Unvermittelt stand: Nabucco contra South-Stream im Süden, Ostseepipeline ja oder nein im Norden. Anfang Mai feierte die EU auf ihrem Gipfel in Prag den erfolgreichen Abschluss von Lieferverträgen mit Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan, ohne deren Zuleitungen an Gas, die Nabucco-Linie eine Totgeburt bliebe. Im Mai schloss Gazprom im Gegenzug in Sotschi neue Abkommen mit Energiefirmen in Bulgarien, Serbien, Rumänien und Italien über deren Beteiligung am Bau der South-Stream-Pipeline. Schweden forcierte noch einmal seine Einwände gegen die Osteepipeline. Im März vereinbarte die EU mit der Ukraine einen Masterplan zur Modernisierung des ukrainischen Pipelinnetzes, der Russland umging.<br />
Sollten die Interessen Russlands nicht berücksichtigt werden, erklärte Putin daraufhin , müsse die Führung in Moskau ihre Beziehungen zur Europäischen Union überdenken. Für ihn sei der Plan „gelinde gesagt fehlgeleitet und unprofessionell“, wenn er ohne Russland als Hauptliefereant diskutiert werde. Wenige Wochen darauf sah man Putin mit Frau Timoschenko verhandeln.<br />
Das Europäische Parlament legte eine Woche vor dem Treffen in Stockholm eine Entschließung vor, in der es nach zahllosen „“Hinweisen“, „Erwägungen“ und „Kenntnisnahmen“ zu Problemen in den Beziehungen zwischen EU und Russland und Forderungen zu deren Lösung u.a. erklärte, dass die vom 18. 9 – 5.10.2009 von Russland und Weißrussland durchgeführten strategischen Manöver „ernsthafte Besorgnisse darüber auslösten, ob dies auch dem Geist der guten Zusammenarbeit und des gegenseitigen Respektes  zwischen Russland und der Europäischen Union gerecht wird.“<br />
Gemeint waren Manöver, die im Rahmen der „Organisation des Vertrages über die kollektive Sicherheit“ (ODKB) im September 2009 durchgeführt wurden, nachdem sich Lukaschenko noch im März dagegen gesperrt hatte. Der ODKB gehören Armenien, Kasachstan, Kirgisien, Russland, Tadschikistan und Weißrussland an. Die Organisation galt lange als politisch tot; seit dem Krieg erlebt sie offenbar eine Renaissance.<br />
Nur wenige Tage vor dem Gipfel war scheinbar alles wieder im Fluss: Schweden hatte seinen Widerspruch zur Ostseepipeline zurückgezogen, EU, Ukraine und Russland hatten die Einrichtung eines „Frühwarnsystems“ zur Sicherung der Energieversorgung rechtzeitig zum Gipfel unter Dach und Fach gebracht. „Entwicklung von Infrastrukturverbindungen zwischen der EU und der Russischen Förderation“, gab das EU-Parlament in seiner Entschließung seinen Gipfel-Vertretern vorsichtig mit auf den Weg, sei „vorteilhaft für beide Seiten“ müsse deshalb mit einer „Minimierung der ökonomischen und umweltbezogenen Kosten“ gefördert werden. Gemeint war der Ausbau der Pipelinenetze. Tief blicken jedoch ließ die „Erwägung“, die den EU-Vertretern vom Parlament mit auf den Weggegeben wurde, „dass es für die Europäische Union wichtig ist mit einer Stimme zu sprechen, eine starke interne Solidarität zu zeigen, eine gemeinsame Haltung einzunehmen und Russlands Angebote zur Intensivierung der bilateralen Beziehungen mit Mitgliedstaaten, die dazu bereit sind, n i c h t (Hervorh. Verf.) zu akzeptieren.“<br />
Angesichts der Alleingänge Bulgariens, Serbiens, Rumäniens und Italiens in Sachen South-Stream, mit denen ja nur frühere Alleingänge aktualisiert werden, wird deutlich, worum es geht: Die Politik der EU gegenüber Russland ist alles andere als kohärent. Sie schwankt zwischen der immer wieder beschworenen strategischen Partnerschaft und offener Konkurrenz im Kampf um die Grenzräume zwischen Russland und EU – im Westen, Süden und im Osten. Der Entwurf einer „Zentralasienpolitik der EU“ hat auch hier soeben neue Ansprüche formuliert, die in Konkurrenz zu russischen Interessen stehen. Auch Medwedews Vorschlag einer „Sicherheitspartnerschaft von Vancouver bis Wladiwostok“, blieb von der EU bisher unbeachtet, ganz zu schweigen von einer aktiven Aufnahme der prinzipiellen russischen Vorschläge zur Entwicklung einer multipolaren Weltordnung.<br />
Umso verblüffter durfte man sein, als Präsident Medwedew den EU nun anbot, die von ihr propagierten Klimaziele zu unterstützen, indem Russland seinen CO2-Aussstoß gemessen an 1990 um 25% zu senken bereit sei. Verblüffend auch, die Erklärung, Russland wolle nun auf dem schnellsten Wege der WTO beitreten: „Kriegsbeil begraben“, „Neuanfang“, „klarer Modernisierungskurs Russlands“ und so ähnlich lauteten die Kommentare. Die Erklärungen Medwedews sind allerdings wohl eher Gesten: Faktisch hat Russlands CO2-Aussstoss sich durch den Rückgang seiner industriellen Produktion seit 1990 ohnehin um fast den Betrag verringert, den Medwedew jetzt angeboten hat. Und was „so schnell wie möglich“ im Bezug auf den WTO-Beitritt bedeutet, ist nach wie vor offen. Nahezu vollkommen übersehen wurde, dass nicht eines der fundamentalen Probleme gelöst wurde – die sich zwischen den Integrationsräumen von EU und Russland stellen, ganz zu schweigen davon, dass politische Impulse erkennbar geworden wären, die über die gegenwärtige Konfrontation der Interessen auf eine Neuordnung dieser Räume hinausliefen, die den neuen Kräfteverhältnissen in der Welt entspricht. Eher schon kann man Medwedews Vorstoß, einschließlich seiner Rede zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, bei der er Russlands Verdienste für die nachsowjetischen Öffnungen herausstellte, als Korrekturversuch gegenüber einer überschwänglichen Obama-Verehrung verstehen. Gelöst wurde erst einmal nichts, versteckt dagegen sehr viel. Man wird sich auf weitere Überraschungen einstellen müssen.</p>
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