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	<title>Kai Ehlers &#187; Forum Integrierte Gesellschaft</title>
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	<description>Kai Ehlers, Russlandforscher, stellt sich vor</description>
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		<title>Forum integrierte Gesellschaft: Brennpunkt Syrien</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 15:39:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forum Integrierte Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Revolution]]></category>
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		<description><![CDATA[Auswertung des  17. Treffens zu &#8220;Brennpunkt Syrien&#8221; vom 12.05.2012 und Einladung zum Treffen am Sonntag 10.06.2012, 16.00 Uhr; Thema: Charta für ein Europa der Regionen . Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft, das Thema „Syrien“ geht zur Zeit jeden Tag durch die Medien. Es soll hier daher nicht der tägliche Informationsstand referiert werden. [...]
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auswertung des  17. Treffens zu &#8220;Brennpunkt Syrien&#8221; vom 12.05.2012</strong></p>
<p><strong>und Einladung zum Treffen am Sonntag 10.06.2012, 16.00 Uhr; </strong></p>
<p><strong>Thema: Charta für ein Europa der Regionen </strong></p>
<p>.</p>
<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>das Thema „Syrien“ geht zur Zeit jeden Tag durch die Medien. Es soll hier daher nicht der tägliche Informationsstand referiert werden. Ich werde mich in diesem Bericht auf die Benennung der Grundfelder beschränken, auf denen sich das Gespräch im Forum bewegt hat – und darauf, worauf es sich unseres Erachtens bewegen sollte.</p>
<p>Anders als andere Themen, die uns bewegen, sahen wir uns außerstande, das Thema „Syrien“ auf eine Hauptfrage zu fokussieren – es sei denn man nehme die Tatsache, daß hier das gegenwärtige labile Gleichgewicht des Weltfriedens, besser zu sagen vielleicht, des Nicht geführten Weltkrieges zur Debatte steht.</p>
<p>Womit beginnen? Wie immer, versteht sich, mit dem Versuch einer Bestandsaufnahme der Interessenfelder, die sich hier in vielfältigster, kaum entwirrbarer Form überlagern:</p>
<p>Syrien als ein Glied in der Kette der muslimisch geprägten arabischen Welt. Das ist offensichtlich. Da gelten die gleichen allgemeinen Entwicklungstendenzen wie im gesamten arabisch-mittelmeerisch-muslimischen Kulturraum: Aufbruch einer sich rapide vermehrenden Bevölkerung in dem Wunsch der Teilhabe an den Errungenschaften der europäisch geprägten Moderne, konkret an den im Westen (Europa, USA und auch Rußland) als Ergebnis ihrer Jahrhunderte dauernden kolonialen Vorherrschaft konzentrierten wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten.</p>
<p>Gleichzeitig treten starke Tendenzen der Rückbesinnung auf die Qualitäten der eigenen muslimischen Geschichte und Kultur auf – von gemäßigten bis zu radikalen Positionen.</p>
<p>Diese Motive und Strömungen im Einzelnen, wie sie in Syrien jetzt in Erscheinung treten, auseinander zu halten und nach fortschrittlich oder rückschrittlich, berechtigt oder unberechtigt zu sortieren, dürfte zur Zeit nicht einmal Spezialisten gelingen – und ich denke auch, daß es nicht unsere Aufgabe ist, solche Sortierungen von außen her vorzunehmen.</p>
<p>Sicher ist, daß die unterschiedlichen Strömungen und gesellschaftlichen Fraktionen im Zuge der allgemeinen Entwicklungsprozesse des arabisch-mittelmeerischen Raumes heute an dem gewaltsam hergestellten Konsens einer nach-kolonialen autoritären Modernisierung rütteln, die nicht der Mehrheit der Bevölkerung, sondern nur Teilen der zur Zeit Herrschenden zugute kommt. Sicher ist auch, daß dies eine Entwicklung ist, durch die sich eingesessene Herrschaftsinteressen der westlichen Welt existentiell bedroht sehen.</p>
<p>Der arabische Modernisierungsprozeß, ist nicht als eindeutige Hinwendung zum Westen, aber auch nicht als Rückwendung zu einem wie immer gearteten muslimischen Fundamentalismus zu begreifen. Es geht um eine Besinnung auf die Kraft der eigenen Kultur, aber auch um Überwindung von Entwicklungshemmnissen in der eigenen Kultur. Das ist ein Prozeß, der seine eigene innere Dynamik hat, in den einzugreifen für den Westen nicht ratsam ist.</p>
<p>Darin waren wir uns einig. Es gehen in diesen Prozeß, über diese Tatsachen hinaus, aber auch noch schwer kalkulierbare ethnische und kulturelle Konfliktpotentiale mit ein, die aus den von den westlichen Kolonialmächten zu vorgenommenen willkürlichen Grenzziehungen am Ende der Kolonialzeit hervorgehen – ein syrischer „Nationalismus“, der nur durch die Macht der Einparteienherrschaft der Bathpartei aufgebaut werden konnte und der jetzt innerhalb des Gebietes, das heute Syrien umschließt, gegenüber diversen Sonderinteressen im wesentlichen autoritär gehalten wird.</p>
<p>Strukturell dürfte sich Syrien damit wenig von den anderen Staaten des arabisch-mittelmeerischen Raumes unterscheiden  – ausgenommen Israel und Palästina, die sich unter dem Druck des israelisch-palästinensischen Dauerkonfliktes gewissermaßen in das verwandelt haben, was man, ins Internationale gehoben, eine „Einpunkt-Bewegung“ nennen könnte: für oder gegen ein Existenzrecht Israels in diesem Teil der Welt.</p>
<p>Konkret aber sieht es so aus, als ob die Fraktionierung der im syrischen Gebiet lebenden Bevölkerung auf Grund des historisch undefinierten ethnischen und kulturellen Pluralismus eines Durchgangsraumes zwischen den unmittelbaren Nachbarn der Türkei im Norden, des Irak und des Iran im Osten, des Dauerkrisengebietes Israel/Palästina im Süden und den dies alles durchziehenden globalen Interessen der USA, Rußlands, Chinas weitaus tiefer gehen als in den übrigen Ländern der arabisch-mittelmeerischen Welt.</p>
<p>Das alles bedeutet, daß eine innere Destabilisierung des Landes, ebenso wie eine einseitige Orientierung an einer der genannten regionalen oder auch globalen Mächte sich sehr schnell zu einer Destabilisierung des gesamten mittelmeerisch-arabischen Raumes auswachsen kann. Dies gibt der Herrschaft Assads eine Rolle, die nicht einfach umgangen werden kann, ohne unkontrollierbare Folgen für den Raum nach sich zu ziehen.. Einfach gesagt: Syrien ist nicht Libyen.</p>
<p>Es wären dem bisher Gesagten selbstverständlich noch reichlich Einzelheiten hinzuzufügen, um die Zerrissenheit des Landes und die darauf als Klammer sitzende autoritäre Struktur noch besser zu verstehen. Hier soll aber jetzt zur entscheidenden Frage weitergegangen werden; sie lautet: Wie sollen, wie können wir, wie kann die Welt sich zu „Syrien“ verhalten?</p>
<p>Zwei „Optionen“ stehen sich gegenüber, beide auch benannt in den Texten, insbesondere dem, des österreichischen Friedensforschers Galtung, die wir das letzte Mal mit herumgegeben hatten. Kurz und direkt gesagt: die westliche „Libysche“ Variante (NATO-„Hilfe“ für einen Regimewechsel) und die russisch-chinesische Variante der „Gespräche“</p>
<p>Vor dem Hintergrund, daß jedes gewaltsame Eingreifen von außen, in diesem Gebiet der Welt speziell von Seiten des Westens als Dejá vu des westlichen Kolonialismus erlebt wird, vor dem weiteren Hintergrund, daß eine Beseitigung der mit dem Iran verbundenen Herrschaft Assads den Weg für westliches (Israelisch/amerikanisches) Vorgehen gegen den Iran freimachen würde und schließlich angesichts unbestreitbaren Tatsache, daß die „Friedensmissionen“ der NATO in Afghanistan, Pakistan, Libyen keineswegs zu demokratischen Verhältnissen und geführt haben – und selbstverständlich aus prinzipiellen Erwägungen heraus, daß tragfähiger Frieden und eine tatsächliche demokratische Entwicklung nicht mit Waffengewalt erzwungen werden können, sondern die Erhaltung einer Mindest-Stabilität dafür Voraussetzung ist, kamen wir in unserer Gesprächrunde darin überein, uns für die russische Variante zu entscheiden, d.h., einen „runden Tisch“ zwischen allen Beteiligten – Assad und Kritikern &#8211; zu fördern, auch wenn klar ist, daß dies der schwierigere Weg ist und auch dann noch und immer wieder, wenn schon keine Hoffnung mehr zu bestehen scheint. In der Realität vor Ort hat Leben immer Priorität!</p>
<p>Wobei die Paradoxie offenkundig ist und auch Bestandteil der komplizierten Gemengelage in der syrischen Problematik, daß die Variante des „runden Tisches“ ausgerechnet von autoritär regierten Staaten wie Rußland oder auch China vorgeschlagen wird, die ihrerseits reichlich Probleme mit, freundlich gesprochen, verschleppten Reformen haben.</p>
<p>Sich für Gespräche einzusetzen bedeutet daher nicht, das sei unmißverständlich gesagt, das blutige Vorgehen der herrschenden syrischen Kräfte gegen ihr Kritiker, zu rechtfertigen oder auch nur gut zu heißen, es bedeutet auch nicht Rußland oder China zu Mustern demokratischer Politik zu erklären, es bedeutet nur einfach, sich der Dämonisierung Assads nach Art der Dämonisierung Saddam Husseins oder Gaddaffis zu widersetzen – wie gesagt: das Leben hat Priorität! In dieser Frage folgen wir einstimmig der Argumentation des Friedensforschers Galtung. (Wir geben sie deshalb diesem Bericht zur nochmaligen Kenntnisnahme bei).</p>
<p>Wir kamen damit wieder einmal zu der Frage, was wir selbst, über die Enttarnung der in den Medien betriebenen Desinformation hinaus zur Entwicklung von tatsächlichen demokratischen Kräften beitragen können. Unsere vorläufige Antwort:</p>
<p>Wir werden uns beim nächsten Treffen mit der in Entstehung begriffenen „Charta für ein Europa der Regionen“  befassen. In ihr geht es darum, ein Europa zu denken und zu gestalten, daß bei sich selbst Ernst macht mit Selbstorganisation, Entwicklung demokratischer Strukturen und – Menschenrechten.</p>
<p><strong>Wir treffen uns zu dieser Frage am Sonntag, d. 10. Juni 2012 um 16.00 Uhr</strong></p>
<p><strong>Anmeldung über <a title="Kontakt" href="http://kai-ehlers.de/starttexte/1988-08-08-kontakt">Kontakt</a> zu mir</strong></p>
<p>Zur Vorbereitung liegt diesem Bericht eine vorläufige Fassung der „Charta für ein Europa der Regionen“ samt erläuternden (ebenso vorläufigen) Anhängen bei, außerdem bisher noch nicht eingearbeitete kritische Anmerkungen von mir. (Kai Ehlers). Es handelt sich bei dem jetzigen Stand der „Charta“ nicht um eine endgültige Vorlage für eine endgültige Verfassung, sondern um ein Diskussionsangebot für ein anderes als ein imperial-bürokratisches Europa.</p>
<p>Erarbeitet wurde dieser Entwurf als Ergebnis des „Kongresses integrale Politik“ vom August 2008 in St. Arbogast/Österreich. Er soll dem diesjährigen zweiten „Kongreß integrale Politik“ als Vorlage zugeführt werden. Wir können unseren Beitrag mit einfließen lassen.</p>
<p>Wer aktiv teilnehmen möchte, kann das Vorbereitungsmaterial bei mir über <a title="Kontakt" href="http://kai-ehlers.de/starttexte/1988-08-08-kontakt">Kontakt</a> bestellen.</p>
<p>Liebe Freunde, liebe Freundinnen, wir würden uns freuen, Dich und Dich und Dich in diesen Diskussions- und Findungsprozeß mit einbeziehen zu können: Die Zeit ist reif.  Wir freuen uns auf Dein Kommen oder auch auf Deinen Beitrag.</p>
<p>Im Namen des „Forums integrierte Gesellschaft“</p>
<p>Herzlich, Kai Ehlers</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Forum integrierte Gesellschaft: Russland nach der Wahl Putins</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 20:57:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forum Integrierte Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Dumawahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Medwedew]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentenwahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Putin]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Auswertung des 16. Treffens vom 21.04.2012    Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft, unser Thema war: Rußland nach den Wahlen. - Vieles ist dazu schon gesagt; wir hatten als Ergänzung zur Einladung zudem eine analytische Betrachtung der Nach-Wahl-Situation mit herumgeschickt. Dem ist auch nach Ablauf mehrerer Wochen wenig Neues hinzuzufügen. Unser Gespräch kreiste [...]
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auswertung des 16. Treffens vom 21.04.2012   </strong></p>
<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>unser Thema war: Rußland nach den Wahlen. -</p>
<p>Vieles ist dazu schon gesagt; wir hatten als Ergänzung zur Einladung zudem eine analytische Betrachtung der Nach-Wahl-Situation mit herumgeschickt. Dem ist auch nach Ablauf mehrerer Wochen wenig Neues hinzuzufügen. Unser Gespräch kreiste daher in der ersten Hälfte um Details der in dieser Analyse angegebenen Aspekte. Das soll hier nicht wiederholt werden.  (Für die, die den Text nicht mehr präsent haben: <a href="http://www.kai-ehlers.de/">www.kai-ehlers.de</a> /Eingangsseite /Rußland nach den Wahlen: Aufstand der Mittelklasse)</p>
<p>Auch ein Skype-Kontakt zum Schriftsteller und Journalisten Jefim Berschin in Moskau, den wir uns während des Treffens gönnten, bestätigte im Wesentlichen den Stand, wie er direkt nach der Wahl war. Das Land befindet such im Übergangszustand zwischen Noch-Präsident Medwedew und dem zukünftigem Präsidenten Putin.  Regierung, Duma und außerparlamentarische Opposition ordnen ihre Kräfte, bereiten sich für die Tage nach der Amtsübergabe vor. Große Überraschungen nach Art der Proteste in der Zwischenwahlzeit um Weihnachten und Anfang dieses Jahres sind nicht zu erwarten.</p>
<p>Interessant wird die Entwicklung der realen Politik nach der Amtseinführung Putins. Putin wird in der neuen Konstellation zum einen auf die außerparlamentarischen Kräfte zugehen müssen und auch wollen, d.h., eine gewisse Dialog-Bereitschaft in Sachen demokratische Rechte demonstrieren. Ziel wird sein, die Kritiker, wo es geht zu integrieren, zugleich die Bewegung entlang ihrer sozialen Bruchzonen zu spalten – also in Alt-Liberale, politisch undefinierte Mittelklässler, extreme Rechte, extreme Linke zu sortieren. In den zurückliegenden Monaten waren diese Kräfte alle auf die Anti-Putin-Kampagne focussiert.</p>
<p>Das Hauptproblem, mit dem Putin und seine neue Konstellation sich konfrontiert sehen werden , liegt aber nicht in den mittelklässlerischen Protestpotentialen, das Hauptproblem liegt in der, man könnte sagen, in ungelösten sozialen Fragen, die durch die Tandem-Politik quasi verschoben worden waren – auf den wieder ins Präsidentenamt zurückkehrenden Putin aber jetzt als unaufschiebbare Aufgaben zukommen.</p>
<p>Zu erinnern ist an die „nationalen Projekte“, mit denen Medwedew antrat: Erschwinglicher Wohnraum, Ausbau des Bildungssektors, des Gesundheitssektors und Entwicklung der Agrarwirtschaft. Keins von diesen Problemfeldern wurde so beackert wie angekündigt. Ich will darauf jetzt hier nicht im Einzelnen eingehen. (Ich verweise dazu auf mein Buch: „Kartoffeln haben wir immer. (Über)leben in Rußland zwischen Supermarkt und Datscha“, das einen Aufriß der zu lösenden sozialen Probleme beim Stand von 2008/2009 gibt)</p>
<p>Hier zur Zeit nur dies: In den Vordergrund scheint sich die Wohnungsfrage zu drängen, genauer, die Frage der Wohnungszusatzkosten – also, Kosten für Wasser, Gas, Heizung, Modernisierung usw.,. Diese Kosten nehmen solche Höhen an, daß sie das Lebensniveau der Mehrheit der Bevölkerung empfindlich drücken. Die Wohnungsfrage hat sich zudem mit der sog. „Datschenexplosion“ verschränkt, d.h. der Entstehung eines unabsehbaren Zuwachses an kleinen Privathäuschen plus Garten im Umkreis der großen Städte im Zuge der letzten Jahre. Viele dieser Kleinstsiedlungen sind nach den heute bestehenden Gesetzen nicht legal, nicht registriert, nicht katastermäßig erfaßt, zugleich aber in vielen Fällen zu Ausgleichsquartieren für Menschen geworden, die ihre Wohnungen vermieten. Die Regierung ist mit dem Problem konfrontiert, dieses Unverhältnis von nicht mehr erschwinglichem Wohnraum und illegaler Datschen-Explosion in einem Zeitrahmen bis 1214/% regeln zu müssen; bzw. zu wollen. Dies kann mit starken sozialen Verwerfungen einhergehen.</p>
<p>Das Problem ist, daß die Überführung des illegalen Datschenbooms in eine kontrollierte Datschenbesiedlung nur möglich ist, wenn zugleich das bisher nicht eingehaltene nationale Programm des „erschwinglichen Wohnraums“ dahingehend erfüllt wird, daß es tatsächlich erschwinglichen Wohnraum gibt, der das Ausweichen auf die Datschensiedlungen überflüssig macht. Dies ist zudem nicht nur ein sachliches, also ökonomisches Problem, sondern auch ein kulturelles, insofern die Datscha und der dazu gehörige Garten für die russländische Bevölkerung über ihre Rolle als familiäre Zusatzwirtschaft hinaus die Stelle der persönlichen Entfaltung gegenüber dem öffentlichen staatlichen und wirtschaftlichen Druck einnimmt. Wie Putin dieses Problem lösen will, ist zur Zeit nicht absehbar.</p>
<p>Zu ähnlich brennenden Fragen haben sich die nicht durchgeführten Reformen auf dem Bildungs- und Gesundheitssektor aufgestaut, ebenso auf im Bereich der Landwirtschaft.</p>
<p>Kurz. Um hier keine Analysen der sozialen Fragen Rußlands vorwegzunehmen: Die nächste Runde der Putinschen Amtszeit wird wesentlich von der Sozialpolitik bestimmt werden. Putin muß dabei das Kunststück fertig bringen, diese innenpolitische Aufgabe mit der Stiftung eines neuen russischen Selbstverständnisses zu verbinden. Er macht diesen versuch mit der Argumentation, Rußland müsse angesichts zu erwartender globaler „Turbulenzen“ seine Autarkie als multinationaler Staat zwischen Asien und Europa entwickeln und sich dabei und damit zum Motor eines eurasischen Kooperations- und Bündnissystems entwickeln.</p>
<p>Nach übereinstimmender Sicht der uns bekannten Stimmen aus Rußland gibt es – bei aller Kritik an Putins autoritärem Führungsstil – keine politische Herausforderung, die es effektiv mit Putin aufnehmen könnte. Die einzige Kraft, die nach wie vor eine Basisverankerung im sozialen Milieu hart, ist die KP-Russlands, aber sie ist kräftemäßig zu nicht mehr in der Lage, als ein schwaches Korrektiv zu bilden.</p>
<p>Wir kamen überein, daß das zukünftige Augenmerk Rußland betreffend auf der Kombination von eurasischer multinationaler Vormacht und aktiver Sozial- und Kommunalpolitik auf den oben genannten Feldern zu suchen sein wird. Putin geht auf den Prüfstand.</p>
<p align="center">***</p>
<p>Außenpolitisch wird Rußland daran gelegen sein, als Eurasische Hegemonialmacht das globale Gleichgewicht einer multipolaren Ordnung aufrechtzuerhalten. Die damit verbundenen Fragestellungen führten angesichts der aktuellen Ereignisse um Syrien, Israel und den Iran dazu, daß wir uns beim nächsten Treffen mit dem „Brennpunkt Syrien“ befassen wollen.</p>
<p>Wer Interesse hat teilzunehmen, ist eingeladen, sich bei mir zu melden: <a title="Kontakt" href="http://kai-ehlers.de/kontakt">KONTAKT</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Forum integrierte Gesellschaft: Du zwischen Ich und Wir</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2012-03-28-du-zwischen-ich-und-wir</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 21:50:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forum Integrierte Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht darum, das Leben als Geschenk zu begreifen, das wir Menschen uns gegenseitig machen können. Und noch mehr: Nicht nur wir Menschen beschenken uns gegenseitig mit Leben, auch Pflanzen, Tiere und die erweiterte Umwelt beschenkt uns mit Leben
Auswertung des 16. Treffens vom 17.03.2012    Einladung zum Treffen am  21.04.2012
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auswertung des 16. Treffens vom 17.03.2012    </strong><strong>Einladung zum Treffen am  21.04.2012 </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Thema: Rußland nach der Wahl 16.00 Uhr</strong><br />
Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft</p>
<p>Einigen von Ihnen, von Euch wird es aufgefallen sein, daß die Benennung der letzten Datei und das in der Datei behandelte Thema nicht übereinstimmten: Die Datei kündigte das Thema „Du zwischen Ich und Wir“ an;  das tatsächlich besprochene Thema war: „Vom radikalen Ich zum Wir.“ Ich muß gestehen, daß ich diese Verwechslung erst jetzt bemerkt habe, da ich daran gehe, den Bericht zum Treffen des Forums vom 17.03.2012 zu schreiben. Ich bitte also um Verständnis und Nachsicht. Beide Themenstellungen lagen so nah beieinander, daß diese Verwechslung sich eingeschlichen hat. – Andererseits, das sei dann hier gleich deutlich gesagt, hat die Befassung mit dem Du zwischen Ich und Wir doch einiges sehr hervortreten lassen, was unter der Frage des radikalen Ich nicht allein hätte erfaßt werden können.</p>
<p>Gehen wir gleich in den Kern dessen, was uns im Gespräch entgegentrat:</p>
<p>Ein Du als Du zu erkennen setzt ein Ich voraus. Ein Ich, das kein Du erkennt, bleibt farblos, konturlos, ohne Charakter. Ein Ich bekommt Kontur, wenn es ein Du oder auch mehrere Du`s erkennt. Erst in der Beziehung vom Ich zum Du entsteht Verantwortung – eben Beziehung. Beziehung ist Leben. Über das Du ist selbstverständlich auch das Wir vermittelt. Ohne Du und im Weiteren ohne Wir ist das Ich nicht real.</p>
<p>Das klingt alles ganz selbstverständlich und banal. Aber wie banal diese Beziehungen vom Ich zum Du, vom Du zum Wir auch sein mögen – so liegt in ihrer Gestaltung doch das Kernproblem unseres Lebens. Es geht letztlich, so stand es nach einigen Umkreisungen des Themas zu unserer Verblüffung einfach und klar im Raum – um Liebe. Und zwar, um das noch deutlicher zu sagen, geht es nicht nur um Beziehungen, nicht nur um Kommunikation, nicht nur um Emotionale Bindungen und wie diese Vokabeln heute alle heißen, es geht ganz ausdrücklich um Liebe. – Liebe zum nächsten Du, Liebe zu vielen Du´s, Liebe zum Wir.</p>
<p>Aber was heißt Liebe? Sprechen wir von „Romantik“? Sicher auch. Es gibt keinen Grund, die Liebesbeziehungen zwischen Mann und Frau schamhaft auszuklammern. Aber es geht natürlich auch noch um mehr. Es geht darum, das Leben als Geschenk zu begreifen, das wir Menschen uns gegenseitig machen können. Und noch mehr: Nicht nur wir Menschen beschenken uns gegenseitig mit Leben, auch Pflanzen, Tiere und die erweiterte Umwelt beschenkt uns mit Leben. Und auch noch dies: Auch die von uns erschaffene zweite Natur, die Welt unserer Werkzeuge, Apparate bis hin zur elektronischen Technik, bereichert uns, steht in Beziehung zu uns. Lieben wir Pflanzen, Tiere, Umwelt? Lieben wir unsere technischen Helfer? Das heißt, verbinden wir uns wirklich mit ihnen, so wie wir uns miteinander verbinden? Übernehmen wir wirklich Verantwortung? Erkennen wir an , daß wir verbunden sind miteinander, mit der natürlichen Welt und auch mit der Technik und bekennen wir uns dazu, in dieser Verbindung zu leben, ja, nur dann zu leben, wenn wir in Verbindung gehen?</p>
<p>Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst ist wohl die grundlegendste Lebensregel. Aber zum Nächsten gehört wohl nicht nur das menschliche Du. Auch die belebte Welt ist ein Du. Auch die Technik ist ein Du für mich, für Dich, für uns.</p>
<p>Ich muß gestehen, wir waren schon recht erstaunt, als wir uns unversehens vor diesen einfachen Grundwahrheiten sahen. Wollen wir diese Tatsache als Erkenntnis in uns hineinlassen, daß das Ich nur – dieses Nur steht in Anführungszeichen – also, daß es nur wirklich ist, wenn es liebt? Also, das Du liebt, das Wir und die Welt?</p>
<p>Was ist mit den Dus, die uns zuwider sind? Was ist mit den Wir´s, die uns bedrängen, einschnüren oder als Ich gar auslöschen wollen? Was ist mit der Welt, gleich ob Pflanzen, Tieren oder auch der von uns geschaffenen Technik, wenn sie gegen uns wirkt, wenn sie uns feindlich gesinnt sind? Lieben wir sie dann trotzdem? Ist die christliche Forderung, auch die rechte Backe hinzuhalten, wenn die linke geschlagen wurde, nicht eine Phantasterei?</p>
<p>Ja, sicher, wenn wir Liebe als Umarmung oder emotionale Zuneigung begreifen. Ein anderes ist es, wenn wir Liebe als bewußte Hinwendung zum Lebendigen begreifen, als Kraft, als Willen, als Wunsch und als Bereitschaft, Leben in all seinen Formen und zu allen Zeiten zu schaffen, zu fördern, zu schützen und in gegenseitiger Hilfe weiter zu entwickeln – ohne sich dabei als Ich zu verleugnen, sondern im Gegenteil genau in dieser Haltung erst zum ich zu werden.</p>
<p>Ich lasse es mal bei diesen Assoziationen. Der Raum dieses Themas ist unendlich.</p>
<p>Nur dies noch: Wir durften zu diesem Gespräch einen Gast aus dem Kommunezusammenhang Niederkaufungen begrüßen, wo gegenwärtig eine neue Gemeinschaft neben der bisherigen Kommune Niederkaufungen entsteht. Es war gut zu hören, daß all die Fragen, die sich auf dem Weg vom Ich über das Du zum Wir stellen, am Eingangstor zur Bildung einer neuen Gemeinschaft ebenso stehen wie sie sich auch außerhalb eines solchen Prozesses für jeden uns unter anderen Umständen stellen. Bei dem Versuch einer Gemeinschaftsbildung treten sie nur unmißverständlicher hervor.</p>
<p>Gestatten Sie, daß wir unseren Bericht hier beenden, obwohl es noch viel zu den hier angeschnittenen Fragen zu sagen gäbe. Das Feld bleibt jedem erst einmal selbst überlassen.</p>
<p>Wir wenden uns zunächst einmal wieder von einer anderen Seite an die Welt:</p>
<p><strong>Unser nächstes Treffen soll sich mit Rußland nach der Wahl beschäftigen.</strong></p>
<p><strong>Zur Unterstützung und Anregung für eine kritische Annäherung an das Thema finden sie einen Text zur Einschätzung der Nachwahl-Situation im Anhang.<br />
</strong></p>
<p><strong>Über rege Beteiligung an einer kontroversen Runde würden wir uns freuen.</strong></p>
<p><strong> Wir treffen uns am Samstag, d. 21.04.2012 um 16.00 Uhr </strong></p>
<p><strong>In der Rummelsburgerstr. 78. Anfahrt mit U 1 bis Farmsen </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Herzlich,</p>
<p>für das Forum integrierte Gesellschaft</p>
<p>Kai Ehlers</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>www.kai-ehlers.de</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Forum integrierte Gesellschaft: Vom radikalen Ich zum Wir</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2012-02-26-4527</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Feb 2012 21:52:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forum Integrierte Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Tja, das war eine aufregende Tour „Vom radikalen Ich zum Wir“.
Um es gleich zu sagen: Wir haben das radikale Ich zwar umkreist, sind aber unvermeidlich beim „Du“ zwischen „Ich“ und „Wir als  nächstem Schritt angekommen, weil offenbar kein anderer Weg zum Wir führt, jedenfalls nicht zu einem freien, selbstbestimmten Wir.
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auswertung des 15. Treffens vom 26. 02.2012   Einladung zum Treffen am  17.03.2012</p>
<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>tja, das war eine aufregende Tour „Vom radikalen Ich zum Wir“. &#8211; Um es gleich zu sagen: Wir haben das radikale Ich zwar umkreist, sind aber unvermeidlich beim „Du“ zwischen „Ich“ und „Wir als  nächstem Schritt angekommen, weil offenbar kein anderer Weg zum Wir führt, jedenfalls nicht zu einem freien, selbstbestimmten Wir.</p>
<p>Das wird also auch unser nächstes Thema sein, ganz schlicht: „Das Du zwischen Ich und wir“</p>
<p>Absehbar ist wohl auch schon, daß das Thema des darauf folgenden Treffens das „Wir“ sein wird, das dem selbstbestimmten Ich und ebenbürtigen Du hervorgeht – und auf diese zurück wirkt. Mehr soll jetzt aber noch nicht verraten werden – wir wollen doch auch die Spannung wahren…!</p>
<p>Was das Gespräch betrifft, so sei zur Zeit nur das mitgeteilt, was auch denen, die nicht dabei waren, den Einstieg in die zweite (und vermutlich dritte) Runde dieser Fragestellung ermöglicht:  Das Gespräch entwickelte sich auf der Basis eines einleitenden Kurz-Referates über Marx Stirners „Der Einzige und sein Eigentum“, ein Werk, das seit seinem Erscheinen Empörung, Mißverständnisse und falsche Zustimmungen en Masse hervorgerufen hat. (Billig bei Reclam zu besorgen) und in einem Wechselbad von Zustimmung und Schaudern innerhalb von ein paar Tagen durchaus zu bewältigen. Stirner führt schlicht gesagt, die  Linien der Aufklärung und der französischen Revolution bis ins Radikale – aber nicht wie Marx/Engels in die klassenbezogen Revolution, sondern auf der Seite Nietzsches ins konsequent, radikal zuende gebrachte Individuelle. Eine äußerst interessante Konfrontation!</p>
<p>Ich zitiere hier nur den letzten Satz aus Stirners Einleitung, der programmatisch ist:</p>
<p>„Das Göttliche ist Gottes Sache, das Menschliche Sache ‚des Menschen’. Meine Sache ist weder des Göttliche, noch das Menschliche, ist nicht das Wahre, Gute, Rechte, Freie usw. sondern allein  das <em>Meinige, </em>und sie ist keine allgemeine, sondern ist – <em>einzig</em>, wie Ich einzig bin. Mir geht nichts über Mich!“</p>
<p>Die öffentliche Auseinandersetzung mit Stirner blieb sehr – vorsichtig gesprochen – verhalten: Praktisch alle bedeutenden Denker seiner Zeit haben sich nachweislich mit ihm beschäftigt, besonders hervorzuheben Marx, Engels, Nietzsche, aber nichts zu ihm veröffentlicht. Es blieb Rudolf Steiner vorbehalten sich zu dem Ich-Verständnis Stirners zu bekennen und dem „Ich“ den Platz als „Ebenbild des Weltengrundes“ zuzuweisen.</p>
<p>Heute geht durch dieses Steinersche Ich nicht nur die radikale aufklärerische Vernunft, sondern der ganze Mensch – Gefühle, Glaube, Erkenntnis, Handeln…</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Von diesen radikalen Positionen zum Ich ausgehend, tastete sich unser Gespräch zu der Frage vor, was denn dieses Ich sein mag, wie es zustande kommt, wo seine Grenzen liegen. Das will ich hier nicht alles wiederholen. Da gilt, was immer für unsere kleinen Protokolle gilt: mit dabei sein ist die beste Protokollierung! Nur soviel: Eine interessante aktuelle Grenze der Ichfindung trat uns mit der der virtuellen Welt der „gamer“ entgegen. Beschränken die Computerspiele (aller möglichen Art) die Ichbildung – oder erweitern sie sie?</p>
<p>Dies führte zunächst zu der Frage, wo die Ich-Bildung beginnt – sammeln, ordnen, die Welt begrifflich erfassen, den eigenen Ort als sich selbst und niemandem anderen gehörend definieren. Aber dann gleich die nächste Frage, wo das Ich sich verliert – schon bei der Bewußtlosigkeit, bei fortschreitender Demenz, in geistiger Behinderung oder Einschränkungen? Ist das Ich auch ein Gefühlsraum? Unstreitig schien uns, das das Ich der Ort der beständigen Wechselwirkung von Welt und Geist ist – bewegt und beständig zugleich.</p>
<p>Die Frage der „gamer“ führte aber auch zum Problem des Gegenübers, des DU, ohne das ein Ich seine Grenzen nicht definieren kann. Aber was ist das Du? Nur ein anderer Mensch? Oder auch die Welt in ihren verschiedenen Facetten?</p>
<p>Hier stehen wir also mit vielen offenen Fragen und laden Euch herzlich ein, Euch am Fortgang dieses Findungsprozesses zu beteiligen. Das Ziel? Wir möchten gern genauer erkunden, was es mit der Möglichkeit auf sich hat, ebenbürtige Beziehungen zwischen den Menschen herzustellen und zu leben und welche Formen es dafür geben kann.</p>
<p>Seid also alle herzlich eingeladen zur nächsten Runde:„Das Du zwischen Ich und Wir“</p>
<p>Herzliche Grüße, im Namen des Forums integrierte Gesellschaft</p>
<p>Kai Ehlers</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Presse: Ein Jahr Empörung &#8211; und jetzt?</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2012-01-29-ein-jahr-emporung-und-jetzt</link>
		<comments>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2012-01-29-ein-jahr-emporung-und-jetzt#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 21:57:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forum Integrierte Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kai-ehlers.de/?p=4531</guid>
		<description><![CDATA[Am Eingang stand natürlich die Frage, was unter „Empörung“ zu verstehen sei. Und schon waren wir mitten in der Frage, worum es bei den gegenwärtigen Empörungen geht – Arabische Rebellionen, Occupy Proteste, Russische Unruhen etc. pp. Gibt es da einen Nenner?
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auswertung des 14. Treffens vom 29.01.2012   Einladung zum Treffen am  25.02.2011</p>
<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>seid alle herzlich gegrüßt, auch die, die nicht anwesend sein konnten! Wie immer werden wir eine kursorische Skizze der Gesprächrunde wiedergeben.  Das Thema unseres soeben hinter uns liegenden Treffens war ja denkbar einfach gewählt, wenn ich daran eingangs noch einmal erinnern darf: &#8220;Ein Jahr Empörung &#8211; und jetzt?&#8221;</p>
<p>Das gab Raum, sich in der Welt umzuschauen und neu anzusetzen.</p>
<p>Am Eingang stand natürlich die Frage, was unter „Empörung“ zu verstehen sei. Und schon waren wir mitten in der Frage, worum es bei den gegenwärtigen Empörungen geht – Arabische Rebellionen, Occupy Proteste, Russische Unruhen etc. pp. Gibt es da einen Nenner? Geht es nur gegen etwas? Geht es nur darum, mögliche Angriffe, mehr noch, den möglichen Absturz unserer heute gefährdeten Welt ins Chaos zu verhindern? Oder kann man sich auch für etwas empören? Ist Empörung möglicherweise überhaupt eine moralische Kategorie, die über bloßen Protest, bloßen Aktionismus, bloße „Wutaktionen“ hinausgeht? Ist Empörung ohne seelische Dimension denkbar, die hervortritt, wenn und wo der Mensch sich als Mensch in Frage gestellt sieht? Zum Beispiel die arabische Rebellion. Es war doch von Anfang an klar, daß es hier nicht nur um ökonomische Fragen der Beteiligung ging, sondern ganz entschieden auch um kulturelle, emotionale, seelisch-geistige Werte. Da klingt es doch merkwürdig dümmlich, wenn man jetzt in den Medien anläßlich der Wahlen in Ägypten Überschriften liest wie „Islamisten“ hätten gesiegt. Absurd! Ein muslimisches Land verschiedene Varianten muslimischer Politik gewählt! War etwa anders zu erwarten? Wer regt sich darüber auf, daß es hier eine CDU, eine CSU gibt. Sind das Christianisten?</p>
<p>Nun, die Beschränktheit solcher Positionen ist offensichtlich. Dahinter erhebt sich aber noch die weiter führende Frage: Wer sind die „Empörer“? Die Marginalisierten, die „Überflüssigen“, die Einlaß in die Gesellschaft einfordern? Zuviel Geborene, für die es nach Malthus-scher Rechnung keinen Platz mehr in ihren Gesellschaften und auf dem Globus gibt? Oder umgekehrt, die Mitglieder privilegierter Gesellschaften, die sich um die Zukunft des Planeten sorgen und Verantwortung einfordern? Was hat man von Erklärungsmustern eines Gunnar Heinsohn zu halten, daß wir es heute vor allem mit dem Problem der Jugendüberschüsse zu tun hätten? (bei ihm „Youth bulge“ genannt)</p>
<p>Diese Fragestellung führt in eine Auseinandersetzung mit Tendenzen neu-eugenischen Denkens, die heute angesichts des globalen Bevölkerungswachstums, insbesondere seiner Disproportionalitäten („Schrumpfender Norden“, „explodierender Süden“) zu beobachten sind. Details des von uns dazu geführten Gespräches, das auch Abstürze des letzten Jahrhunderts bis in die faschistischen Untiefen der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ mit ausleuchtete, sollen jetzt hier nicht aufgerollt werden. Nur so viel: Zivile Strategien der  Bevölkerungskontrolle, wie sie von den UN gefördert werden, müssen dabei von Vorschlägen, wie sie von Heinsohn, gestützt auf die globalen Präventionsstrategien der US-Dienste vorgebracht werden, unterschieden werden. Die Unterscheidung fällt nicht leicht, da einerseits die Notwendigkeit von Geburtenkontrolle nicht zu bestreiten ist, andererseits die neu-eugenischen Strategien, die das Problem zugunsten wertvollerer und weniger wertvoller Menschen oder Völker lösen wollen, sich hinter wortradikalen Kritiken an der historischen Eugenik, insbesondere an den faschistischen Exzessen verbergen. Heute kommen solche Strategien im Interesse der Erhaltung globaler Stabilität und Weltgesundheit daher.</p>
<p>Wir lassen es an dieser Stelle bei dieser Skizze. Empfohlen sei nur allen, Gunnar Heinsohns Buch „Söhne und Weltmacht“ aufmerksam zu studieren, in welchem er die US-Präventionsstrategie gegen die dem Westen drohende Gefahr der „Youth-bulges“ (Jung-Männer-Überschüssen) propagiert. Wer dieses Buch gelesen hat – und dann die publizistischen und öffentlichen Auftritte von Heinsohn, Sarrazin und Sloterdijk in der Tagespolitik dazu verfolgt, in denen sie sich für Streichung von Sozialhilfen an „bildungsferne“ Mitglieder der „Unterschichten“ stark machen, zudem noch die Entwicklungslinien der bio-technischen (gentechnischen) Gesundheitspropaganda vor Augen hat, kann nicht mehr übersehen, womit wir uns heute auseinanderzusetzen haben – mit klassischen Überlegenheitsfantasien unter der besonderen Bedingung, wie man die Überlegenheit auch in Zeiten einer ganz offensichtlich heranwachsenden Ebenbürtigkeit früher kolonisierter Völker aufrechterhalten kann. – Die Fragen stehen auf der TO.</p>
<p>Was nun die konkrete Empörung betrifft, so waren die Beiträge dazu nach diesen generelleren Betrachtungen eher subjektiv, eröffneten aber gerade dadurch noch eine neue, wichtige Dimension – nämlich die der Diversität vielfältiger und sich auch widersprechender Bewegungen, in welche die allgemeine globale Entwicklung sich heute gliedert.</p>
<p>Die im Kreis genannten Gründe der Empörung erstreckten sich von der Unverfrorenheit, mit der solche Leute wie das genannte Trio Sarazzin, Heinsohn, Sloterdijk giftigen Wein in neuen Schläuchen servieren und dabei öffentlich hofiert werden, über die Empörung darüber, wie die staatliche Verantwortung (konkret des sog. Verfassungsschutzes) für die Mordserie durch Neo-Nazis („NSU-Morde“) heruntergespielt wird, bis hin zu persönlichen Erfahrungen mit dem Regime Mugabe, die bei der Unterstützung zweier Kinder in Zimbabwe auf die Betreffenden einstürmen.</p>
<p>Wichtig scheint uns, daß wir es heute nicht mit einem allgemeinen Abwärtsstrom von Zivilisation und Kultur zu tun haben, sondern daß dem gegenwärtigen monopolisierenden und krisentreibenden Entwicklungsprozess des Kapitals eine Unmenge lokaler, regionaler und auch globaler Kräfte entgegenstehen, in denen sich neue Formen des Zusammenlebens,  genauer, konkret am Bedarf des einzelnen Menschen orientierte, Beziehungen von Individuum und Gemeinschaft herausbilden. Zur Bewegung, zur Alternative werden solche Keime allerdings erst, das dürfte Konsens sein, wenn für das, was da und dort immer wieder ausprobiert wird, Begriffe gefunden werden, die  neue sinnstiftende Kraft haben.</p>
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		<title>Forum integrierte Gesellschaft: &#8212; Nietzsche, Hitler und die Deutschen &#8211; Fragen an die Sinnsuche von heute</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2011-07-31-nietzsche-hitler-und-die-deutschen-fragen-an-die-sinnsuche-von-heute</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Jul 2011 22:06:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forum Integrierte Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft, den Bericht zu diesem Treffen möchte ich sehr kurz halten. Auf dem Programm dieses Treffens stand die Befassung mit dem Buch von Jochen Kirchhoff ‚Nietzsche, Hitler und die Deutschen. Die Perversion des Neuen Zeitalters. – Vom unerlösten Schatten des dritten Reiches.“ Das Buch wurde 1990 herausgegeben (Edition [...]
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>den Bericht zu diesem Treffen möchte ich sehr kurz halten.</p>
<p>Auf dem Programm dieses Treffens stand die Befassung mit dem Buch von Jochen Kirchhoff ‚Nietzsche, Hitler und die Deutschen. Die Perversion des Neuen Zeitalters. – Vom unerlösten Schatten des dritten Reiches.“ Das Buch wurde 1990 herausgegeben (Edition Dionysos, Berlin) – gerade passend zu der durch Perestroika eingeleiteten Zeitenwende, mit welcher der Begriff der Globalisierung – und nicht nur der Begriff, sondern auch ihre Realität aufkam.</p>
<p>Kurz will ich diesen Bericht halten, weil es keinen Sinn macht, dieses sehr verdichtete Buch durch Nacherzählung noch weiter verdichten zu wollen. Es sei hier nur angerissen, worum es geht, nämlich um den mythischen Hintergrund des Nationalsozialismus, um die fehlgeleitete Sinnsuche nach dem Schock des ersten Weltkriegs, die sich wiederholen könnte, wenn nicht verstanden wird, welchen Kräften die Menschen – über ökonomische Gründe hinaus &#8211; damals erlegen sind. Einer der Kerngedanken des Buches lautet: Wenn die Mythen nicht bewußt als Kräfte der Geschichte akzeptiert und als allgemeines Erbe der Menschheit verstanden werden, dann holen sie die Menschen unbewusst und hinterrücks ein und können mißbraucht werden.</p>
<p>Ich lasse es bei diesen beiden Sätzen – wer sich interessiert, möge das Buch lesen.</p>
<p>Passend dazu empfehle ich den Film „Schwarze Sonne“ von Rüdiger Sünners, durch den die historische und sehr intellektuelle Analyse Kirchoffs eine kongeniale Anschauung erhält.</p>
<p>Unsere Gespräche bewegten sich wesentlich um drei Aspekte:</p>
<p>Erstens um die erstaunliche Tatsache, daß die esoterische, bewußt mythische Kräfte benutzende Ausrichtung der nationalsozialistischen Bewegung seitens ihrer Gründer dem öffentlichen Bewußtsein heute nahezu entglitten ist. Das gilt auch für die Frage, was von den Bildern, die Nietzsche gestiftet hat, ins Denken und vor allem ins Handeln der Nazis übergeflossen ist. Hier gibt es einfach sehr viel in die Erinnerung und ins öffentliche Bewußtsein zu rufen, um einer Wiederholung einer solchen Entgleisung spirituellen Denkens entgegenwirken zu können.</p>
<p>Zweitens ging es um die Frage, ob der von Kirchhoff und Sünner beschriebene Prozeß als spezifisch deutscher verstanden werden muß oder ob er allgemeineren Charakter trug, so wie eine evtl. Widerholung heute ebenfalls allgemeineren Charakter trüge. Wir kamen zu der Sicht, daß es sich bei dem politischen Rückgriff auf Mythen, wenn sie für die nationale Identitätsbildung benutzt werden, keineswegs nur um einen deutschen, sondern um einen allgemeinen Vorgang handelt. Die Nazis fanden dafür jedoch, vorbereitet durch Denkstrukturen der deutschen Geschichte, einen besonders fruchtbaren Boden vor und haben dieses Instrument auf dieser Grundlage gezielt entwickelt. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie weit sie sich selbst in die von ihnen „nationaliserte“ Mythenwelt verstrickt haben.</p>
<p>Den dritten Schwerpunkt des Gespräches bildete das Problem der Identitätsfindung. Muß ich mir die „Zuchtwahl“ eines Nietzsche, die arischen Fantasien eines Hitler, den Mißbrauch altehrwürdiger Begriffe wie „Heimat“ uam. als Deutscher persönlich zurechnen lassen? Was heißt es, sich heute als Deutsche, als Deutscher zu definieren? Muß ich mich überhaupt national definieren, bzw. von außen definieren lassen? Wir kamen zu der Übereinkunft, daß jeder Mensch – will er oder nicht – mit einem familiären, ethischen, nationalen oder kulturellen Erbe auf die Welt kommt, dann jedoch vor der Frage steht, wie weit sie oder er sich davon bestimmen läßt oder sich davon befreit und zu einer selbst gewählten Identität voranschreitet. Selbst dann aber ist niemand vor Zuweisungen von außen frei und ist herausgefordert, sich dazu zu verhalten. Z.B. wird man den Begriff der „Heimat“ nicht ohne Erklärungen, ohne Distanzierungen gegenüber seinem Mißbrauch benutzen können, wenn man nicht mit diesem Mißbrauch identifiziert werden möchte. Betrachte ich die ererbte Identität nur als Last oder liegt in ihr auch eine Stütze, ein Wert, gar ein Reichtum? Kann die gegenseitige Akzeptanz der wechselseitigen Identitäten kann auch als Wert, als kulturelle Bereicherung verstanden und gepflegt werden? Ja, sie kann, da kann es kaum zwei Meinungen geben. Dafür bedarf es allerdings einer aktiven Bildungsarbeit, durch welche der Mensch den eigenen Wert als Mensch durch die Wertschätzung des von ihm verschiedenen, des Anderen zu verwirklichen lernt.</p>
<p>Damit waren wir bei der Notwendigkeit angekommen, uns Gedanken zur Entwicklung konkreter Bildungsarbeit zu machen. Das soll hier nicht weiter ausgebreitet werden. Nur soviel: Das „Forum integrierte Gesellschaft“ ist natürlich ein solcher Ansatz. Andere Ansätze werden von einzelnen Mitgliedern des Forums verfolgt. Es wird aber wohl darauf ankommen, noch mehr Wege des synergetischen Zusammenwirkens zu finden. Dies dürfte ein Thema sein, das für das Forum wie auch generell ganz vorn auf der Tagesordnung steht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Forum integrierte Gesellschaft: &#8212; Suche nach Sinn heute: Dejá vue aus dem 20. Jahrhundert?</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2011-05-12-suche-nach-sinn-heute-%e2%80%93-deja-vue-aus-dem-20-jahrhundert</link>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 20:35:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forum Integrierte Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Revolution]]></category>
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		<description><![CDATA[Sinnsuche und Heilserwartungen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts - Sinnsuche und Heilserwartungen heute. Was verbindet sie? Was unterscheidet sie? Vor hundert Jahren stürzten Kriegs- und Krisentraumata, Zivilisationskritik und Rückwendungen zur Natur in den Faschismus ab. Was erwartet uns heute?
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auswertung des 13. Treffens vom 8.5.2011,      Einladung zum Treffen am  23.07.2011</p>
<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde, des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>Beginnen wir heute einmal vom Ende her: Als Ergebnis ihres Treffens haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zurückliegenden Forums-Runde beschlossen, für das nächste Mal das Buch von Jochen Kirchhoff „Nietzsche, Hitler und die Deutschen – die Perversion des neuen Zeitalters“ zum Ausgangspunkt der kommenden Gesprächsrunde zu nehmen. Kirchhoff analysiert in seinem Buch die Sinnsuche am Anfang des letzten Jahrhunderts, die dem Schock des 1. Weltkriegs folgte, in dem der Mensch sich von der Maschine entwertet sah. Vor diesem Hintergrund skizziert er die heutige Krise und die heutige Sinnsuche als eine Art zweiten Anlauf auf neuem Niveau, ein dejá vue von historischen  Ausmaßen. Er stellt die Frage, ob wir dieses Mal die Antworten finden, die uns den notwendigen Sprung in die Zukunft ermöglichen, statt uns – wie beim ersten Anlauf im letzten Jahrhundert – in den Abgrund von Faschismus und Weltkrieg zu  stürzen. Das Buch ist antiquarisch für wenige Euro zu erwerben.</p>
<p>Die Tatsache, dass dieses Buch bereits 1990 erschien, macht es aber nicht inaktuell, sie unterstreicht vielmehr noch seine Aktualität: es erschien in der Zeit des offenen Umbruchs unserer Nachkriegsordnung, unserer Wertekoordinaten, deren Folgen bis heute andauern. Die Wellen der Veränderung, die von dieser Zeit ausgingen, breiten sich bis heute aus, nehmen immer neue Formen an und verstärken sich mit aktuellen Ereignissen zu neuer, sich beschleunigender Dynamik. Nehmen wir nur die letzten, in den Medien noch meldefähigen Ereignisse: Fukushima – Krise der technischen Moderne; die Arabische Rebellionen – Krise der nach-kolonialen Welt; die Bombardierung Libyens – NATO- und EU-Krise; die öffentliche Exekution Usama Bin Ladens – Offenbarung der ethischen Krise einer kapitalisierten Welt; die unaufhaltsamen Flüchtlingsströme – in deren Zug die „Überflüssigen“ der globalisierten Welt in die Zentren strömen. Jede Woche bringt neue Unruhe, mal als Plätschern, mal als Donnern. Viele Menschen wissen schon nicht mehr, wohin sie zuerst schauen sollen – oder ob sie lieber überhaupt nicht mehr hinschauen und hinhören wollen. Die Sehnsucht nach Auswegen aus der Krise wird immer stärker, die dazu vorgeschlagenen Wege ähneln immer mehr jenen, die auch vor hundert Jahren schon bedtreten wurden: Erneuerung der Gesellschaft, Erneuerung und Verbesserung des Menschen, Suche nach Gesundung in einer neuen Verbindung mit der Natur etc. etc. bis hin zu Heilserwartungen im Jahre 2012, die aus dem Maya-Kalender und ähnlichen Voraussagen abgeleitet werden – sofern aus ihnen nicht umgekehrt nur der endgültige „Crash“ herausgelesen wird.</p>
<p>In dieser Situation scheint es angemessen, den Blick auf die langen Wellen der Geschichte zu richten, die sich in den aktuellen Ereignissen zeigen, um wenigstens ansatzweise eine Orientierung zu behalten, klarer gesagt, wenigstens eine Ahnung zu gewinnen, was mit uns heute geschieht, ob wir mit oder ob wir gegen den Strom schwimmen wollen, was überhaupt „mit“, was „gegen“ bedeutet und was zu tun sein kann.</p>
<p>In diesem Bemühen haben wir beim letzten Treffen des Forums einen Gang durch die Ereignisse der letzten Zeit gemacht. Das soll hier nicht alles referiert werden. Wer dabei war, wird sich erinnern, wer nicht dabei war, wird herzlich eingeladen, sich beim nächsten Treffen einzuklinken. Nur soviel sei zur Orientierung für diejenigen zusammengefasst, die aus unterschiedlichen Gründen vor Ort nicht dabei sein können:  Wir sehen uns heute in einer Entwicklung, welche die von Europa ausgegangene Kolonisierung, durchaus auch auch Zivilisierung der Welt in einer den ganzen Planeten umfassenden Bewegung relativiert. Anders gesagt, Europa verliert seine Rolle als Mitte der Welt in zunehmendem Tempo, in die es Anfang des 13. Jahrhunderts gekommen war, nachdem die damalige Mitte, das muslimische Kalifat Bagdads zusammen mit dem bolgarischen Reich im heutigen Mittelrussland, durch die mongolische Invasion vernichtet worden war, das westliche Europa aber verschont blieb.  Nachdem die Vorherrschaft Europa selbst schon durch den ersten und dann durch den 2. Weltkrieg in Frage gestellt war, verliert auch der Begriff „Westen“ als Synonym für Fortschritt und Zivilisation nach europäischem Vorbild heute seinen Sinn. Diese Umwertung schließt die Krise des US-Imperiums ebenso ein wie vorher schon die der Sowjetunion. Heute bildet sich eine neue Gewichtung heraus.</p>
<p>Salopp formuliert: Perestroika hat globale Ausmaße erreicht. Die Umwandlungen betreffen die demographische Entwicklung ebenso wie die technische und politische. Das „Heer der Überflüssigen“, kann mit Zäunen, ja selbst mit militärischer Gewalt nicht abgewehrt werden, wie die Vorgänge in Nordafrika schon jetzt deutlich erkennen lassen. Letztlich handelt es sich um eine Krise der christlich-abendländischen, nach-kolonialen Werteordnung, die einen leeren Raum entstehen lässt, in den Neues – Migranten der südlichen, ehemals von Europa kolonisierten Welt und ihre Werte – einströmen. Die Aktualität des Islam mit seinem ganzheitlichen Angebot einer Einheit von Gott und Welt, ebenso wie die Ausbreitung des Buddhismus in seinen verschiedenen Formen im Westen, die hilflosen Militärmanöver der westlichen Bündnisse gegen die aufbrechenden Gesellschaften in Afrika und Asien sind Ausdruck dieser Entwicklung – die im Übrigen erst beginnt. Sie wird tiefgreifende Veränderungen der herrschenden Werteordnung nach sich ziehen – auch gegen den Widerstand des „Westens“. Besser wäre es, von Anfang an in den Dialog um die anstehenden Veränderungen miteinander zu gehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Frage lautet schlicht: Wie kann die neue Welt aussehen, so dass es keine „Überflüssigen“ mehr gibt? Womit und wie kann der Mensch sich gegen eine wuchernde Technik, die ihn zum Erfüllungsgehilfen oder gar Objekt technischer Abläufe degradiert, als Mensch behaupten – sich gar mit Hilfe der Technik als Mensch weiter entwickeln? Das sind Fragen, die heute den g a n z e n  Globus betreffen, jetzt 6.3 Mrd. Menschen, in einer Generation möglicherweise 9 oder 10 Mrd. und nicht mehr nur eine privilegierte westliche Minderheit. Vor diesem Hintergrund – damit sind wir wieder bei dem Buch von Kirchhoff – stellen sich die Fragen dringender als je zuvor: Gibt es Alternativen? Gibt es Erneuerung, gibt es Heilung und wie könnte sie aussehen, wenn sich nicht der Absturz des vorigen Jahrhunderts in rassistische und gewaltsame „Lösungen“ wiederholen soll?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Unser nächstes Treffen steht daher unter der Frage:</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Suche nach Sinn heute – Dejá vue aus dem 20. Jahrhundert?</strong></p>
<p><strong>Am 23.07.2011, 16.00 Uhr in der Rummelsburgerstr. 78 (U-1,  Farmsen)</strong></p>
<p>Wie üblich bringt Zeit, Freunde und ein bisschen zu Kabbern mit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bitte versucht das Buch gelesen zu haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es grüßt Euch  herzlich</p>
<p>im Namen des Forums        Kai Ehlers</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>(Diesen Text und die Protokolle der vorausgegangenen Treffen findet Ihr auch auf meiner Website – <a href="http://www.kai-ehlers.de/">www.kai-ehlers.de</a> unter Forum integrierte Gesellschaft)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2011-05-12-suche-nach-sinn-heute-%e2%80%93-deja-vue-aus-dem-20-jahrhundert/feed</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Forum integrierte Gesellschaft: &#8212; Der Mensch in der globalen Perestroika</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2011-05-08-der-mensch-in-der-globalen-perestroika</link>
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		<pubDate>Sun, 08 May 2011 21:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forum Integrierte Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kai-ehlers.de/?p=4515</guid>
		<description><![CDATA[Die Sehnsucht nach Auswegen aus der Krise wird immer stärker, die dazu vorgeschlagenen Wege ähneln immer mehr jenen, die auch vor hundert Jahren schon bedtreten wurden: Erneuerung der Gesellschaft, Erneuerung und Verbesserung des Menschen, Suche nach Gesundung in einer neuen Verbindung mit der Natur etc. etc. bis hin zu Heilserwartungen im Jahre 2012 .... 
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
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            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auswertung des 13. Treffens vom 8.5.2011,      Einladung zum Treffen am  23.07.2011</p>
<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>beginnen wir heute einmal vom Ende her: Als Ergebnis ihres Treffens haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zurückliegenden Forums-Runde beschlossen, für das nächste Mal das Buch von Jochen Kirchhoff „Nietzsche, Hitler und die Deutschen – die Perversion des neuen Zeitalters“ zum Ausgangspunkt der kommenden Gesprächsrunde zu nehmen. Kirchhoff analysiert in seinem Buch die Sinnsuche am Anfang des letzten Jahrhunderts, die dem Schock des 1. Weltkriegs folgte, in dem der Mensch sich von der Maschine entwertet sah. Vor diesem Hintergrund skizziert er die heutige Krise und die heutige Sinnsuche als eine Art zweiten Anlauf auf neuem Niveau, ein dejá vue von historischen  Ausmaßen. Er stellt die Frage, ob wir dieses Mal die Antworten finden, die uns den notwendigen Sprung in die Zukunft ermöglichen, statt uns – wie beim ersten Anlauf im letzten Jahrhundert – in den Abgrund von Faschismus und Weltkrieg zu  stürzen. Das Buch ist antiquarisch für wenige Euro zu erwerben.</p>
<p>Die Tatsache, dass dieses Buch bereits 1990 erschien, macht es aber nicht inaktuell, sie unterstreicht vielmehr noch seine Aktualität: es erschien in der Zeit des offenen Umbruchs unserer Nachkriegsordnung, unserer Wertekoordinaten, deren Folgen bis heute andauern. Die Wellen der Veränderung, die von dieser Zeit ausgingen, breiten sich bis heute aus, nehmen immer neue Formen an und verstärken sich mit aktuellen Ereignissen zu neuer, sich beschleunigender Dynamik. Nehmen wir nur die letzten, in den Medien noch meldefähigen Ereignisse: Fukushima – Krise der technischen Moderne; die Arabische Rebellionen – Krise der nach-kolonialen Welt; die Bombardierung Libyens – NATO- und EU-Krise; die öffentliche Exekution Usama Bin Ladens – Offenbarung der ethischen Krise einer kapitalisierten Welt; die unaufhaltsamen Flüchtlingsströme – in deren Zug die „Überflüssigen“ der globalisierten Welt in die Zentren strömen. Jede Woche bringt neue Unruhe, mal als Plätschern, mal als Donnern. Viele Menschen wissen schon nicht mehr, wohin sie zuerst schauen sollen – oder ob sie lieber überhaupt nicht mehr hinschauen und hinhören wollen. Die Sehnsucht nach Auswegen aus der Krise wird immer stärker, die dazu vorgeschlagenen Wege ähneln immer mehr jenen<strong></strong><strong></strong>, die auch vor hundert Jahren schon bedtreten wurden: Erneuerung der Gesellschaft, Erneuerung und Verbesserung des Menschen, Suche nach Gesundung in einer neuen Verbindung mit der Natur etc. etc. bis hin zu Heilserwartungen im Jahre 2012, die aus dem Maya-Kalender und ähnlichen Voraussagen abgeleitet werden – sofern aus ihnen nicht umgekehrt nur der endgültige „Crash“ herausgelesen wird.</p>
<p>In dieser Situation scheint es angemessen, den Blick auf die langen Wellen der Geschichte zu richten, die sich in den aktuellen Ereignissen zeigen, um wenigstens ansatzweise eine Orientierung zu behalten, klarer gesagt, wenigstens eine Ahnung zu gewinnen, was mit uns heute geschieht, ob wir mit oder ob wir gegen den Strom schwimmen wollen, was überhaupt „mit“, was „gegen“ bedeutet und was zu tun sein kann.</p>
<p>In diesem Bemühen haben wir beim letzten Treffen des Forums einen Gang durch die Ereignisse der letzten Zeit gemacht. Das soll hier nicht alles referiert werden. Wer dabei war, wird sich erinnern, wer nicht dabei war, wird herzlich eingeladen, sich beim nächsten Treffen einzuklinken. Nur soviel sei zur Orientierung für diejenigen zusammengefasst, die aus unterschiedlichen Gründen vor Ort nicht dabei sein können:  Wir sehen uns heute in einer Entwicklung, welche die von Europa ausgegangene Kolonisierung, durchaus auch auch Zivilisierung der Welt in einer den ganzen Planeten umfassenden Bewegung relativiert. Anders gesagt, Europa verliert seine Rolle als Mitte der Welt in zunehmendem Tempo, in die es Anfang des 13. Jahrhunderts gekommen war, nachdem die damalige Mitte, das muslimische Kalifat Bagdads zusammen mit dem bolgarischen Reich im heutigen Mittelrussland, durch die mongolische Invasion vernichtet worden war, das westliche Europa aber verschont blieb.  Nachdem die Vorherrschaft Europa selbst schon durch den ersten und dann durch den 2. Weltkrieg in Frage gestellt war, verliert auch der Begriff „Westen“ als Synonym für Fortschritt und Zivilisation nach europäischem Vorbild heute seinen Sinn. Diese Umwertung schließt die Krise des US-Imperiums ebenso ein wie vorher schon die der Sowjetunion. Heute bildet sich eine neue Gewichtung heraus.</p>
<p>Salopp formuliert: Perestroika hat globale Ausmaße erreicht. Die Umwandlungen betreffen die demographische Entwicklung ebenso wie die technische und politische. Das „Heer der Überflüssigen“, kann mit Zäunen, ja selbst mit militärischer Gewalt nicht abgewehrt werden, wie die Vorgänge in Nordafrika schon jetzt deutlich erkennen lassen. Letztlich handelt es sich um eine Krise der christlich-abendländischen, nach-kolonialen Werteordnung, die einen leeren Raum entstehen lässt, in den Neues – Migranten der südlichen, ehemals von Europa kolonisierten Welt und ihre Werte – einströmen. Die Aktualität des Islam mit seinem ganzheitlichen Angebot einer Einheit von Gott und Welt, ebenso wie die Ausbreitung des Buddhismus in seinen verschiedenen Formen im Westen, die hilflosen Militärmanöver der westlichen Bündnisse gegen die aufbrechenden Gesellschaften in Afrika und Asien sind Ausdruck dieser Entwicklung – die im Übrigen erst beginnt. Sie wird tiefgreifende Veränderungen der herrschenden Werteordnung nach sich ziehen – auch gegen den Widerstand des „Westens“. Besser wäre es, von Anfang an in den Dialog um die anstehenden Veränderungen miteinander zu gehen.</p>
<p>Die Frage lautet schlicht: Wie kann die neue Welt aussehen, so dass es keine „Überflüssigen“ mehr gibt? Womit und wie kann der Mensch sich gegen eine wuchernde Technik, die ihn zum Erfüllungsgehilfen oder gar Objekt technischer Abläufe degradiert, als Mensch behaupten – sich gar mit Hilfe der Technik als Mensch weiter entwickeln? Das sind Fragen, die heute den g a n z e n  Globus betreffen, jetzt 6.3 Mrd. Menschen, in einer Generation möglicherweise 9 oder 10 Mrd. und nicht mehr nur eine privilegierte westliche Minderheit. Vor diesem Hintergrund – damit sind wir wieder bei dem Buch von Kirchhoff – stellen sich die Fragen dringender als je zuvor: Gibt es Alternativen? Gibt es Erneuerung, gibt es Heilung und wie könnte sie aussehen, wenn sich nicht der Absturz des vorigen Jahrhunderts in rassistische und gewaltsame „Lösungen“ wiederholen soll?</p>
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		<title>Forum integrierte Gesellschaft: &#8212; Arabien, Japan &#8211; Übergänge wohin?</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2011-03-24-arabien-japan-ubergange-wohin</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 10:10:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist eine beunruhigende Reihe: Islam, China, Arabien, Japan - bevor wir Zeit und Kraft gefunden haben, das Eine wahrzunehmen, werden wir schon wieder getrieben, uns dem Nächsten zuzuwenden? Wann gab es zuletzt eine solche Phase, in der sich die Ereignisse derart verdichteten? 
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            &copy; 2012 Kai Ehlers.
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            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Forum integrierte Gesellschaft                                         Mittwoch, 23. März 2011<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde<br />
des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>Es ist eine beunruhigende Reihe: China hatten wir auf die Tagesordnung unseres vorletzten Treffens gesetzt – wir sahen uns veranlasst, uns mit den arabischen Ereignissen zu befassen. Arabien sollte auch weiterhin das Thema sein – da kam Japan dazu. Wie hängt das Eine mit dem anderen zusammen? Oder werden wir einfach nur durch zufällige Ereignisse gehetzt? Bevor wir Zeit und Kraft gefunden haben, das Eine wahrzunehmen, schon wieder getrieben, uns dem Nächsten zuzuwenden? Atemlos?<br />
Wann gab es zuletzt eine solche Phase, in der sich die Ereignisse derart verdichteten? Die Wende ab 1986/87/88? Ja, mit der Auflösung der Sowjetunion als Höhepunkt, dem Ende der Systemteilung, der deutsch-deutschen Wiedervereinigung, der rasanten Osterweiterung von EU und NATO. Die Nachbeben spüren wir bis heute.<br />
Jetzt haben die Schauplätze gewechselt. Europa liegt plötzlich, wie es scheint, am Rande des Weltgeschehens, das „uns“ zu überrollen scheint: China, Arabien, Japan. Was wird morgen dazukommen? Können wir es noch fassen, konkret, die Konflikte, die Not, das Leiden, strategisch, die Dimension der Veränderung? Oder werden wir wieder einmal erst Jahre nach den gegenwärtigen Ereignissen ansatzweise begreifen, was mit uns geschehen ist?<br />
Die einen kämpfen um Teilhabe an den Errungenschaften der Moderne – Arabien, die anderen demonstrieren mit ihrer Not eben deren Hilflosigkeit. Eine Offenbarung der Grenzen unserer gegenwärtigen Ordnung liegt in beidem:<br />
In Arabien kommt die nach-koloniale Ordnung einer immer noch in 1., 2. und 3.  Welt klassifizierten „Globalisierung“ an die Grenze, in der sie in eine tatsächliche Öffnung der globalen Entwicklungsdynamik übergehen könnte. Die demografische Schrumpfung des Nordens und die explodierende Entwicklung des Südens gehen in den Prozess des Ausgleiches über; wohin dies führen wird, ist eine offene Frage. Die „entwickelte Welt“ zeigt sich verunsichert, gespalten, wie sie reagieren soll, wie sie reagieren kann. Die Zeiten, in denen die Massen der „unterentwickelten Länder“ Afrikas und Asiens von Autokraten und Despoten stellvertretend für den Westen ruhig gehalten werden konnten, scheinen vorbei. Soll man das politische Erwachen dieser Menschen stützen, fördern, nutzen – oder soll man es lieber einschränken und wenn, dann mit welchen Mitteln? Darüber spaltet sich der „Westen“. Die Angst ist groß, dass den bisherigen Hegemonen die Entwicklung aus dem Ruder läuft – zumal auch noch unklar ist, welche Rolle der Islam als Angebot einer anderen als der gegenwärtigen neo-liberalen Globalisierungs-Botschaft dabei spielen wird.<br />
Und Japan? Japan offenbart die Grenzen der technischen Beherrschbarkeit von Natur und Welt – wieder einmal, muss man einschränkend sagen, denn schon frühere Havarien wie in Harrisburg, wie in Tschernobyl haben schon ausreichend belegt, dass diese Technik nicht beherrschbar ist. Endgültig, das wäre daher die den Vorgängen in Japan angemessenere Bewertung – und man muss sich dafür einsetzen, dass sie greift. Aber es stellt sich angesichts der Stellungnahmen, die sich für den weiteren Bau von Atomanlagen aussprechen, schon die Frage, wie viele solcher Offenbarungen es noch geben muss, bevor wir als Menschheit in der Lage sind, daraus Schlussfolgerungen für unsere Lebensweise zu ziehen. Das gilt für jeden einzelnen Menschen ebenso wie für die Völker, Gesellschaften und Staaten, die heute den Globus bewohnen.<br />
Die soziale Verantwortung, das war der Gedanke, der bei diesem Stand des Gespräches hier ins Zentrum trat; sie beginnt dort, wo der einzelne Mensch sich um seine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten als Mensch sorgt. Eine eigene, freie, lebensbejahende Entwicklung ist für den Einzelnen nur möglich, wo er oder sie sich dafür einsetzt, dass auch andere Menschen diese Möglichkeiten haben. Diesen Grundgedanken muss ich hier nicht weiter ausbreiten. Er ist klar. Offen ist aber die Frage, ob wir heute so weit sind, diese uralte Erkenntnis zu praktizieren, bzw. genauer, ob die sich häufenden Grenzerfahrungen, die in immer schnelleren Abständen auftretenden Offenbarungen uns dazu führen, diese Erkenntnis praktisch werden zu lassen – ohne uns dabei als ungläubig, gottlos, dogmatisch oder unaufgeklärt zu beschimpfen und uns gegenseitig unter Zwang, Druck oder auch direkte Gewaltanwendung zu setzen. Es geht doch vielmehr, so kristallisierte es sich im weiteren Gespräch heraus, um eine doppelte Bewegung, zum einen darum, dass der einzelne Mensch (westlicher Prägung) auf der Basis seiner Selbstbestimmung seine Verantwortlichkeit gegenüber der Gesamtheit der mit ihm lebenden Menschen, der Erde, des Kosmos erneuert, sie auf neuem Niveau entwickelt. Die andere Bewegung, die vornehmlich aus dem muslimischen und genereller nicht-christlichen Kulturraum heranwächst, kommt dem Individualismus spiegelbildlich entgegen. Bei ihr geht es darum, aus der ethischen, aus der gemeinschaftlich, aus der sozial-religiös und ganzheitlich-kosmisch erlebten Eingebundenheit, aus Glaubensgemeinschaften heraus die Verantwortung für eine eigene, eine individuelle Tat in dieser gemeinsamen Welt zu erkennen und praktisch zu entwickeln. Nur in der Wechselwirkung dieser beiden Pole, die man auch als Ost-West-Pole beschreiben könnte, ohne damit Festlegungen treffen zu wollen, wird das Bewusstsein entstehen, das wir heute brauchen, um nicht nur zu überleben, sondern in eine neue Phase unserer Entwicklung hineinzugehen.</p>
<p>Hier, liebe Freundinnen, liebe Freunde, streikt der Protokollant und übergibt jedem von Euch den Stab für eine eigene Runde. Im Forum wollen wir uns das nächstes Mal mit der Frage befassen, welche Schlussfolgerungen aus den gegenwärtigen Offenbarungen gezogen werden und welche wir selber ziehen wollen. Dabei wollen wir die unterschiedlichen kulturellen Färbungen – China, Japan, Muslimischer Kulturraum,<br />
Westen – aktiv einbeziehen.</p>
<p>Unser nächstes Treffen wird am Sonntag, d. 08.05.2011 um 16.00 Uhr stattfinden.<br />
Wie üblich in der Rummelsburgerstr. 78, 22147 Hamburg (U1-Farmsen)<br />
Bitte bringt Kleinigkeiten zum Knabbern mit. Übernachtungen sind möglich.</p>
<p>Herzlich im Namen des Forums, Kai Ehlers</p>
<p>Bisherige Auswertungen unter: www.kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft</p>
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		<title>Forum integrierte Gesellschaft: &#8212; Arabische Umbrüche</title>
		<link>http://kai-ehlers.de/forum-integrierte-gesellschaft/2011-03-01-arabische-umbruche</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 16:42:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, liebe Freunde

des Forums integrierte Gesellschaft,


unser Treffen zu den Umbrüchen im arabischen Raum war sehr intensiv. Wir haben natürlich keinen Fahrplan für eine arabische Revolution entworfen – dafür sahen wir uns umso intensiver mit der Frage konfrontiert, was wir Westler, konkret auch wir in unserem Alltag mit diesen Ereignissen zu tun haben.
        <p>
            &copy; 2012 Kai Ehlers.
            <br />
            Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung.
        </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auswertung des 10. Treffens vom 26.02.2011, Einladung zum Treffen am 19.03.2011</p>
<p>Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Forums integrierte Gesellschaft,</p>
<p>unser Treffen zu den Umbrüchen im arabischen Raum war sehr intensiv. Wir haben natürlich keinen Fahrplan für eine arabische Revolution entworfen – dafür sahen wir uns umso intensiver mit der Frage konfrontiert, was wir Westler, konkret auch wir in unserem Alltag mit diesen Ereignissen zu tun haben. Ausgangspunkt unserer Gesprächsrunde waren drei Fragen: Wer sind die Träger der Proteste und worum geht es? Welche Rolle spielt der Islam in den Protesten? Welche Rolle spielt der Westen?</p>
<p>In der Untersuchung der ersten Frage – wer? wofür? – ist der jugendliche Charakter der Proteste selbstverständlich ein auffälliges Merkmal. Hier war ein Blick auf die Analysen des Terrorforschers Gunnar Heinsohn nützlich, der auch die arabischen Unruhen entsprechend seiner Theoreme vom drohenden Jugendüberschuss („Youth bulge“) wesentlich auf den Bevölkerungsüberdruck der muslimischen Staaten zurückführt. Man muss die monokausale Zuspitzung seiner Analysen nicht teilen; nichtsdestoweniger weist er auf ein wichtiges Phänomen hin. Unter den von ihm genannten Gesichtspunkten wären die Unruhen als Wunsch nach Teilhabe der arabischen Jugend an den Werten der globalisierten Welt und deren Glücksversprechen zu interpretieren, die sie in ihren Heimatländern wegen des überquellenden Überschusses an jungen Menschen, Youth bulge“ nicht verwirklichen können.</p>
<p>Tatsache ist allerdings, dass nicht nur Forderungen nach Teilhabe an den Möglichkeiten der globalisierten Konsumwelt aus den Reihen der arabischen Regimekritiker und Demonstranten zu hören sind, sondern auch – um es kurz zu sagen – Sehnsucht nach Sinn, nach eigener, von westlichen Werten durchaus unterschiedener, sogar in der Kritik an westlichen Werten auftretender eigener Identität. Worin diese eigene Identität bestehen könnte, ist noch keineswegs klar – auf jeden Fall aber steht sie in enger Bindung an den Islam als die kulturbildende Kraft dieses Teiles der Welt, sei es in dogmatischer Rückwendung, sei es in Gestalt einer wie auch immer gestalteten Säkularisierung. Dabei verbindet sich die Orientierung am Islam untrennbar mit der antikolonialen Dynamik dieser Proteste. Diese Aussage gilt &#8211; ungeachtet aller Differenzierungen zwischen Ländern des von den Umbrüchen erfassten Raumes – für alle diese Länder, insofern sie nicht nur Teil der vom Westen kolonisierten Welt waren, sondern es in der modernen Form des Globalismus auch heute noch sind.</p>
<p>In welchem Mischungsverhältnis der Wunsch nach Teilhabe am Glücksversprechen des globalen Kapitalismus und Sehnsucht nach Sinn in einer eigenen, vom Westen unterschiedenen Identität miteinander sich bewegen, ist nicht entschieden und auf jeden Fall für uns von außen zur Zeit nicht erkennbar. Wir können lediglich ein paar historische Linien anschauen, entlang derer sich die Entwicklungen dieses Raumes bisher vollzogen haben: Aufstieg des muslimischen Kulturraumes zur hegemonialen Kraft in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends christlicher Zeitrechnung; Niedergang, bzw. Stagnation dieses Kulturaumes rund um das 13. Jahrhundert bei gleichzeitigem Aufstieg des christlich-abendländischen. Schrittweise Kolonialisierung dieses Raumes durch die Europäer bis zum ersten Weltkrieg; seit dem ersten Weltkrieg, verstärkt nach dem zweiten wachsende Modernitäts- und Identitätskrise einer sich wieder auf ihre Geschichte besinnenden muslimischen Welt –  die aber zugleich über den Grundreichtum der modernen Welt verfügt, das ÖL. All dies im Zusammenhang einer sich nach dem Zerfall der Systemkonkurrenz neu gruppierenden globalen Ordnung.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Faktor, den wir uns genauer angeschaut haben, ist der Charakter des Islam als Angebot einer, sagen wir es ruhig so, ganzheitlichen Welterklärung und Weltordnung, einschließlich der sozialen Alltagsordnung bis hin zur Beziehung von Männern, Frauen und Kindern zueinander. Ibn Waraqu kritisiert in seinem Buch „Warum ich kein Muslim bin“ den Islam von der Lehre her (!) als totalitäre Ideologie, die nach dem Versagen von Faschismus wie auch des Stalinismus als neue autoritäre Heilslehre sich zu verbreiten drohe und ruft zu einem „kalten Krieg“ gegen die Islamisierung der Welt und für eine Säkularisierung des Islam auf. Im Gefolge Waraqu`s ziehen – auf weit niedrigerem Niveau und in dümmlichen Vereinfachungen seiner Argumentation – zahllose Agitatoren diverser Couleur gegen die angeblich drohende Gefahr einer Islamisierung der Welt zu Felde. Diese Kampfrufe muss man nicht übernehmen, den demagogischen Zuspitzungen sogar aktiv entgegentreten, aber der von Ibn Waraqu aufgezeigten „Totalität des Islam“ liegt real der  Kern zugrunde, dass der Islam, bzw. die verschiedenen „Islame“, soweit sie sich auf den Koran berufen, nicht nur eine religiöse, sondern auch eine politische und soziale Orientierung bieten, in der das Politische und das Soziale zu einer Ganzheit verbunden sind. Und so stellt sich unvermeidlich die Frage, welche Rolle diese Orientierung in den gegenwärtigen Umbrüchen spielt und zukünftig spielen wird.</p>
<p>Nur mit größten Vorbehalten haben wir uns der ganz anderen Frage genähert, welche Rolle die westlichen Hegemonialmächte für die gegenwärtige Entwicklung im arabischen Raum gespielt haben und welche sie jetzt spielen. Wenig bekannt – aber unbedingt zur Kenntnis zu nehmen – sind die von Gunnar Heinsohn rückhaltlos offenbarten US-Strategien der präventiven Eindämmung der „Youth bulge“-Problematik, die eine unmissverständliche präventive Interventionspolitik der heute herrschenden Hegemonialmacht USA und der mit ihr verbündeten „entwickelten Länder“ beinhalten. Es darf nach allen Erfahrungen mit CIA, NATO etc. davon ausgegangen werden, dass diese Strategien zum „Abbau der Überschüsse“, die seit dem Ende der Sowjetunion entwickelt wurden, nicht nur entworfen, sondern auch in den arabischen Ländern verfolgt wurden. Aktuelle Meldungen machen bmerkenswsert spärlich zwar, aber unmissverständlich deutlich, dass der „Westen“ vor den jetzigen Unruhen aktiv in diesem Raum engagiert war.  Offen ist noch – wie. Es wäre aber ein schwerer Fehler, die gegenwärtigen Ausbrüche von Massenprotesten für ein Werk der CIA, NATO oder anderer westlicher Interventionskräfte zu erklären. Eher ist davon auszugehen, dass den westlichen Interventionisten – wieder einmal – die reale Bewegung aus dem Ruder gelaufen ist. Man wird genau hinzuschauen haben, inwieweit sie mit präventiven Interventionen am Zustandekommen der jetzigen Unruhen beteiligt waren, bzw. auch, wie versucht wird,  die Proteste jetzt einzugrenzen, bevor ihre Dynamik nicht nur die örtlichen Despotien, sondern auch die westliche Hegemonie in Frage stellen kann.</p>
<p>Damit ist auch schon die letzte Frage erreicht, die am Ausklang unseres Treffens stand, nämlich, was die Ereignisse in Arabien für uns bedeuten. Bei aller Schwierigkeit, darauf eine Antwort zu finden, waren wir uns sehr schnell in einem Punkt einig, nämlich, uns davor zu hüten zu müssen, den Ereignissen einen „westlichen Hut“ überzustülpen. Vielmehr muss es im Interesse einer kooperativen und friedlichen Zukunft darum gehen, sich um ein historisches und aktuelles Verständnis des muslimischen Kulturraumes zu bemühen. Des Weiteren geht es darum, unseren eigenen Politikern auf die Finger zu schauen, wie sie mit den Ereignissen umgehen und Strategien der Vereinnahmung ebenso wie Eindämmungsversuchen entgegenzutreten.</p>
<p>Die angeschnittenen Fragen sind so offen wie der Prozess selbst.</p>
<p>Wir werden deshalb diese Diskussion beim nächsten Treffen auf Grund der dann vorliegenden Ereignisse fortsetzen.</p>
<p>Zur Vorbereitung empfehle ich für die, die sich etwas Zeit nehmen wollen – abgesehen von der Verfolgung der Tagesereignisse –</p>
<p>-          einen Text von mir zur  „Youth bulge“-Strategie der USA/NATO (siehe dazu meine Website <a href="http://www.kai-ehlers.de/">www.kai-ehlers.de</a> – Stichwort: „Kraft der Überflüssigen“)</p>
<p>-          Tamin Ansary, Die unbekannte Mitte der Welt, Büchergilde Gutenberg</p>
<p>-          Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht, orell füssli Verlag</p>
<p>Wenn Ihr weitere Texte empfehlen könnt, die Einsicht in die Hintergründe und Rahmendaten der gegenwärtigen Bewegung geben können – bitte, teilt sie mir mit; ich gebe sie dann durch.</p>
<p>herzlich, Kai Ehlers</p>
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